Der CSD ist schon ein paar Tage her und wahrscheinlich auch nicht mehr topaktuell, aber das Thema, was ich hier ansprechen möchte, ist eh allgegenwärtig und betrifft uns alle gleich. Samstag, 14 Uhr am Halleschen Tor. An der Gitschiner Straße fing der Christopher Street Day an. Natürlich war der diesjährige CSD eine wilde und bunte Mischung aus Menschen, die fröhlich und meist friedlich feierten. Es sollte ja auch so sein, dass man Spaß an dem Ganzen hat, vor allem, wenn es so eine lange Strecke zu marschieren gilt. Es gibt da leider auch eine andere Seite, die nicht so bunt ist, nein, sie ist eher dreckig und uns Menschen unwürdig, würde ich mal so behaupten.
Hier geht es mir um die Aufstellung und sinnvolle Aufteilung von WCs auf der gesamten Strecke, die ja nun wirklich lang genug ist. Beides, sowohl verhältnismäßige, quantitative Aufstellung und planmäßige Verteilung der mobilen Toiletten war aber leider nicht gegeben, und man sah sich wie immer gezwungen, sich in irgendwelche Straßenecken oder Büsche zu verziehen, wenn man mal musste, oder es bis zur Zielstrecke auszuhalten. Jeder, der schon mal auf einer dieser Festivitäten teilgenommen hat, weiß, wie so etwas enden kann. Nicht wirklich gut für den Körper und Geist.
Indem man sich mit seiner Notdurft in irgendwelche Straßenecken verzieht, verschönert man auch nicht gerade seine Umwelt, da nicht nur der Gestank übrig bleibt, sondern sich auch Krankheiten daraus entwickeln können. Deswegen verstehe ich wirklich nicht, wieso man nicht entlang der gesamten Strecke ausreichend WCs aufstellen kann. Das ist ein extremer Schwachpunkt von der Organisation her! Sind es die damit verbundenen Kosten sind oder was ist der Grund für eine solche Vernachlässigung? Wir wollen doch alle Spaß an der Sache haben, aber wie kann man den mit einer vollen Blase und dem Drang zur Erlösung derselben ausleben, wenn einem dazu keine Möglichkeit geboten wird. Da hört der Spaß auf, das sag ich euch, und das ziemlich schnell, denn bis man die Zielstrecke erreicht hat, ist die Laune schon ziemlich unten.
Es ist ja echt wunderbar, dass an Sammelstellen zig Toiletten aufgestellt wurden, aber wie gesagt, hätte man das auch etwas aufteilen können, denn wir Menschen müssen nicht alle erst dann auf Toilette wenn eine für uns vorhanden ist, sondern schon früher. Wir sind immer noch keine Maschinen. Nur traurig, dass wir immer wieder vergessen, dass wir selber Menschen sind und alle unterschiedlich funktionieren, auch wenn wir so auf gleich getrimmt sind. Genauso ist es mit unseren Bedürfnissen. Ich frage mich immer wieder, wo die Menschenwürde uns dabei bleibt, wenn sie überhaupt noch vorhanden ist, denn es scheint ein allgegenwärtiges Problem in der Stadt Berlin zu sein, mit der Menschenwürde, meine ich.
Nichts destotrotz war es wie immer ein ganz tolles Erlebnis, hinter den bunt geschmückten Trucks und der laut dröhnenden Musik hinterherzulaufen. Es hat sich nicht wirklich etwas verändert, auch wenn viele es meinen, denn bunt und laut wie auch schrill war es immer und wird es immer bleiben. Wem das nicht gefällt, der kann ja zu Hause bleiben, denn es wird ja niemand gazwungen, hinzugehen. Etwas Perfektes gibt es eh nicht, wird es nie geben, und damit sollten wir uns manchmal abfinden, aber eben nicht mit allem.
Foto: Thilo von Trotha






















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