Was ist Ökostrom?
Mit dem Begriff Ökostrom wird Strom bezeichnet, der aus erneuerbaren Energien wie Wasser- oder Windkraft gewonnen wird. In Wasserkraftwerken oder durch Windkraftanlagen wird auf ökologische Weise Strom erzeugt, der die Umwelt, im Gegensatz zu Kernkraft und fossilen Energieträgern, nicht belastet.
Durch die allgemeine Förderung von regenerativen Energien durch den Gesetzgeber (Erneuerbare-Energien-Gesetz) bieten viele Stromversorger Ökostrom inzwischen zu verhältnismäßig günstigen Tarifen an. Verbrauchern bietet sich so die Möglichkeit, der Umwelt etwas Gutes zu tun und gleichzeitig Geld zu sparen. Im Vergleich zu den Grundversorgungstarifen des lokalen Stromanbieters gibt es inzwischen oftmals günstigere Ökostrom- Angebote anderer Anbieter. Kunden, die sich für einen Ökostromtarif entscheiden, bestimmen die Menge an sauberem Strom, der in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird, an der Belieferung an sich ändert sich dadurch nichts.
Bezüglich der CO2-Belastung, die einen großen Teil zum Treibhauseffekt beisteuert, bietet Ökostrom eine gute Möglichkeit, diesem entgegenzuwirken. Laut der statistischen Daten vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft aus dem Jahr 2008 lag die durchschnittliche CO2-Emission für den Gesamtstrommix in Deutschland bei 506 g pro kWh. Bei der Gewinnung von Ökostrom entsteht im Vergleich keine Belastung der Umwelt durch zusätzliches CO2.
Stromkennzeichnungspflicht
Ein wichtiger Aspekt bei der Suche nach dem passenden Ökostromanbieter ist unter anderem die seit 2005 gesetzlich vorgeschriebene Stromkennzeichnung. Hier erhalten Verbraucher Informationen über die Zusammensetzung des gewählten Stromes. Über diese Kennzeichnung lässt sich herausfinden, ob der Strom wirklich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, oder ob er eventuell nur zu einem Teil aus diesen besteht.
RECS Zertifikate
Mithilfe von RECS Zertifikaten ist es möglich konventionellen Strom in Ökostrom um zu deklarieren. RECS Zertifikate sind Herkunftsnachweise für Ökostrom. Ähnlich wie beim Emissionshandel kann mit diesen Zertifikaten gehandelt werden. Das System wurde ursprünglich geschaffen, um zu kontrollieren, dass Ökostrom nicht doppelt vermarktet wird. Einige Anbieter nutzen das System allerdings, um ihren konventionell erzeugten Kohle- oder Atomstrom mithilfe der RECS Zertifikate ganz legal in Ökostrom um zu etikettieren. Verbraucher sollten deshalb auf die Seriosität und Glaubwürdigkeit des Anbieters und auf gültige Ökostrom Gütesiegel achten.
Wofür stehen Ökostrom Zertifikate?
Für Ökostrom Gütesiegel gibt es in Deutschland leider keine einheitlichen Vorschriften. Zu den drei bekanntesten und auch renommiertesten Anbietern, die Ökostrom Gütesiegel verleihen, zählen der Verein EnergieVision e.V., welches das ok-power Zertifikat vergibt, der Verein Grüner Strom Label e.V., der das Grüner Strom Label vergibt und die TÜV-Gesellschaften.
Der EnergieVision e.V. legt besonderen Wert auf das Alter der produzierenden Anlagen. Ein Drittel des Stroms muss aus Anlagen stammen, die nicht älter als zwölf Jahre sind, ein weiteres Drittes aus Anlagen, die ein maximales Alter von sechs Jahren haben. So möchte der Verein einen Anreiz zum Bau neuer regenerativer Anlagen schaffen.
Im Mittelpunkt der Vergabekriterien des Gütesiegels ok-power steht die Garantie, dass die mit dem Gütesiegel ausgestatteten Produkte zu einem "zusätzlichen Umweltnutzen" führen. Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert mit dem Silber-Label Strom, der zur Hälfte aus regenerativen Energien gewonnen wird und mit dem Gold-Label Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt.
Um das Zertifikat zu erhalten, muss sich der Versorger verpflichten, einen Teil der Kundengelder in neue Anlagen zu investieren. Die TÜV Gesellschaften bieten verschiedene, an der Zusammensetzung orientierte Zertifikate an, die aber geringere Qualitätsanforderungen an den Anbieter stellen, als das ok-power oder das Grüne Strom Label. Allerdings ist auch der TÜV Siegel als Qualitätsmerkmal ein guter Hinweis für den Verbraucher. Weitere Informationen zu Ökostrom Gütesiegeln findet man auf kwh-preis.de
Neue Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung
Nur neue Anlagen zur Ökostromgewinnung führen dazu, dass der Strommix in Deutschland insgesamt in Richtung erneuerbarer Energien führt. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bruttostromverbrauch auf mindestens 30 Prozent gesteigert werden. Dieses Ziel ist rechtlich verankert. Dies kann allerdings nur dann erreicht werden, wenn die Energieversorger nicht nur Strom ihrer alten Wasserkraftwerke als Ökostrom verkaufen, sondern auch aktiv in erneuerbare Energien investieren.
Persönlicher Beitrag jedes Einzelnen
Wenn die Verbraucher ihre Marktmacht ausspielen und vermehrt zu Ökostrom wechseln, dann werden auch die Energiekonzerne umdenken. Die Energiepolitik der Bundesregierung, Stichwort Atomkonsens, haben viele Bürger verärgert. Reine Ökostromanbieter hatten in den letzten Wochen deutliche Kundenzuwächse zu verzeichnen. Nur, wenn die Verbraucher ihrerseits ein Zeichen setzten und zu Ökostrom wechseln, kann der Strommix in Deutschland insgesamt grüner werden.
Titelfoto: Fotolia






















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