Das Gebäude war komplett geräumt worden und wir machten eine erste Besichtigung mit dem Architekten. Dabei mussten wir feststellen, dass der Dachboden noch nicht ganz leer war und noch ein Regal mit alten Büchern und Heften vorhanden war. Der Architekt bat uns, die Bücher und Dokumente in Kisten zu verpacken und an die Schulleitung zu übergeben. Wir nahmen alles mit in die Werkstatt, um es hier zu verpacken. Am selben Abend schaute ich mir die Bücher nochmals an und entdeckte dabei ein altes Buch, das weder Deckel noch Rückseite besaß.
Es war noch in altdeutscher Schrift gedruckt. Ich konnte nicht feststellen welcher Verlag es gedruckt hatte, und es gab keine Angaben, von wem es geschrieben war, da die ersten vier Seiten fehlten. Aber ich konnte feststellen, dass es sich um Experimente zur Herstellung von Strom-und Spannungsquellen handelte. Ein Kapitel handelte von Stromerzeugung mittels Kristallen. Da ich die noch einige Tage wegen Platzmangel in der Schule behalten musste, kopierte ich das ganze Buch und dokumentierte alles in einem Ordner. Anschließend vergaß ich das Ganze. Einige Jahre danach ging ich in Pension und musste mein Büro aufräumen, weil ich meinen Betrieb verkauft hatte. Da fand ich die Unterlagen wieder und begann das Kapitel über die Stromerzeugung mittels Kristallen genauer zu studieren.
Als pensionierter Elektromeister hatte ich mir ein schönes Hobby zugelegt, nämlich die Erforschung der „Freien Energie“. Ich baute Magnetmotoren und alle möglichen Versuche, irgendwie an freie Energie zu kommen. Mit Bedini- Motoren konnte ich einen Wirkungsgrad von 97 % erreichen. Es fehlte aber immer noch eine kleine Spannung, die das Ganze am Laufen hielt.



Der Aufbau einer Kristall- Batterie ist eigentlich sehr einfach und nicht kompliziert in der Herstellung. Man muss nur etwas Glück in der Wahl der verwendeten Elemente haben. Die ersten Versuche waren auch nicht gleich von Erfolg gekrönt. Ich hatte ganz einfach mit dem erstbesten Produkt ausprobiert, nämlich Zucker, was auch Kristalle bildet – und siehe da, gleich am Anfang konnte ich ca. 215 mV erzeugen. Das gab mir Mut und ich begann, die Kristallzelle auf systematische Art und Weise aufzubauen und zu untersuchen.

Gesagt getan
In einer Eisenwarenhandlung besorgte ich mir Aluminiumrohre mit einem Außendurchmesser von 35 mm und einer Wandstärke von 2 mm. Die Rohre wurden auf Stücke von 20 cm Länge abgeschnitten, entgratet und fein säuberlich poliert. An einem Ende wurde ein 2 cm dicker Gummistopfen hineingepresst und luftdicht verklebt. Dieses Rohr diente nun als Kathode, also als Minuspol unserer Batterie. Aus einer Tafel Kupferblech stanzte ich Kupferscheiben heraus, ähnlich wie Karosseriescheiben, ca. 1 mm dick und 30 mm Durchmesser, mit einem Mittelloch von 6,3 mm.
Mit einer Messing- Gewindestange und vielen Kupfer- Muttern wurde die Anode hergestellt. Auf die Gewindestange wurde jeweils eine Cu- Lochscheibe und dazwischen eine Mutter als Abstandshalter angebracht, bis der Staab voll war.
Die Füllung
Als Füllung hatte ich zuerst Zucker gewählt, aber auch andere Produkte ausprobiert wie Salz, Quarzsand, Schieferpulver, Marmorpulver und verschiedene Granitarten, etc… Die Versuche waren sehr zeitaufwendig, weil jedes Mal eine Zelle komplett fertig gestellt werden musste. Sie musste auch noch austrocknen und konnte nach dem Austrocknen erst geschlossen werden.
All diese Kristalle erzeugten eine gewisse Spannung, die aber sehr niedrig war – aber immerhin, sie war vorhanden und keiner konnte mir erklären, woher sie überhaupt kam. Ein Physiker behauptete, dass dies nur eine schwache Elektrolyse wäre, konnte es aber nicht beweisen. Ich konnte dies auch später widerlegen, weil nicht alle Zellen funktionierten oder manche nur eine kurze Zeit funktionierten, und weil ich diese schlechten Zellen dann wieder auseinandergenommen hatte, um festzustellen, was daran nicht gut gewesen war. Meistens gab es nur ein paar Kleinigkeiten, die Störungen verursachten und die dann schnell behoben waren. Von Elektrolyse konnte ich jedoch nichts finden, da die Oberflächen der Anode sehr schön sauber waren, wie am ersten Tag, was natürlich bestätigt, dass die Spannung nicht durch Elektrolyse erzeugt wurde.
Beim vielen Experimentieren war mir aufgefallen, dass bei Verwendung von reinem Calcium etwas mehr los war in der Batterie selbst, nämlich dass das Aluminiumrohr direkt nach dem Befüllen ziemlich heiß wurde. Ich hatte auch etwa einen Esslöffel 98%ige Essigsäure dazu gemischt, aber auch etwas Graphit, ca. 20 Gramm. Das Ganze wurde mit einem Mixer gemischt und dann eingefüllt. Sobald die Batterie gefüllt war, begann es heftig zu brodeln und ich konnte den Deckel nicht auf den Behälter drücken, um die Batterie zu schließen, denn der nun entstandene Druck würde den Deckel wieder herausdrücken. Gleichzeitig stellte ich bereits jetzt eine etwas höhere Spannung fest, nämlich 1.34 Volt, obwohl die Kristallzelle noch nicht einmal fertig zusammengebaut war.
Ich gönnte der Zelle anschließend ein paar Tage Ruhe, damit der Trockengang langsam ausklingen konnte. Später konnte ich erfahren, dass die Zelle während des Trocknens gar nicht mehr berührt werden sollte, weil eine feste Verbindung zwischen der Anordnung und der Außenwand entstehen sollte, die durch Berührung während der Zeit des Trocknens gestört würde. Wenn diese Verbindung nicht gut ist, verschwindet die Spannung sogar ganz. Auch dies spricht gegen eine Elektrolyse.

Immer wieder habe ich die Spannung gemessen und musste feststellen, dass sie langsam fiel, nach zwei Tagen sogar unter 1.0 Volt angekommen war. Im Anschluss daran erholte sie sich aber langsam wieder und erreichte schließlich den endgültigen Stand von 1.24 Volt. Auch musste ich auf die Umgebungstemperatur achten, da diese einen großen Einfluss auf die Zelle und auf die Spannung hatte. Daher wollte ich es noch genauer untersuchen.
Ich steckte die Kristallzelle in ein Tiefkühlfach bei -23°C, und die Spannung sank auf 0.96 V. Nachdem sie sich erholt hatte, legte ich sie in einem Backofen bei +60 °C und die Spannung stieg auf 1.24V. Leider war die Stromstärke noch nicht stark genug, um irgendetwas damit anfangen zu können. Ich hatte aber freie Energie zur Verfügung, die ich nicht bezahlen musste, wenn auch nur 14 Milliampère bei 1.25 V, aber man könnte ja skalieren. Zu diesem Zweck baute ich anschließend eine ganze Serie von Kristallzellen und verband diese durch Serien- und Parallelschaltung miteinander. Durch Serienschaltung konnte ich ohne weiteres 15 – 20 Volt erzeugen, bei der Parallelschaltung war das Resultat nicht so gut, und die Stromstärke blieb bei 30 Milliampère. Ein kleines LED- Lämpchen konnte ich zum Leuchten bringen, auch 2 oder 3 LEDs, aber dann war Schluss.

Immer wieder versuchte ich, die Zelle zu verbessern, und so machte ich auch Versuche mit verschiedenen Anoden. Anstatt der Kupferscheiben verwendete ich nur massive Kupferstäbe, weil die Füllung mit Kalzium sich besser bewerkstelligen ließ und auf diese Art und Weise Hohlräume vermieden werden konnten. Den höchsten Ertrag erreichte ich mit einem verdrallten Kupferstab. Außerdem war die Herstellung viel einfacher, und ich konnte so ca. 120 mV höhere Spannungen erzeugen.

Es genügte mir noch nicht, und so spielte ich mit dem Gedanken, noch größere Volumina auszufüllen. Ich baute nun größere Modelle. Zuerst verwendete ich das gleiche Alurohr wie bisher, aber in dreifacher Länge, also mit einer Länge von 1 Meter. Dabei erhielt ich am Anfang 1.52 Volt und nach dem Trocknen etwa 1.29 Volt. Die Spannung war also nicht viel größer als zuvor und ich bemerkte zudem, dass die großen Stäbe noch mehr Temperaturabhängigkeit zeigten als die kleinen. So lag die Spannung an einem sonnigen Tag bei 1.5 V und an einem trüben Tag bei 1.29 – 1.32 Volt.
Nun aber begann ich, eine richtig dicke Batterie zu bauen. Mit Alublech formte ich einen großen Zylinder und schloss diesen an der Unterseite mit einem PVC Deckel von 160 mm Durchmesser an. Mehrere Anoden und das Kupferrohr wurden in der Mitte befestigt. Um noch mehr Kontaktfläche zu bekommen, wurde ein Alu- Lochblech in der Mitte des Zylinders befestigt und elektrisch mit der Außenwand verbunden. Ebenfalls wurden noch vier Kupferstangen eingelassen und mit der Anode verbunden. Als Füllmittel wurden 16 kg reines Kalzium hinein gegossen. Es dauerte sehr lange, bis die Trocknung erledigt war, nämlich ca. drei Wochen.


Die letzten Modelle und ihr Innenleben
1 = Aluminium- Leerrohr, 35 mm Durchmesser
2 = Anode verdrallt; dieses Modell hat bis jetzt die besten Ergebnisse erzielt.
3 = Doppel- Anode (früheres Modell)
4 = Füllstoff einer alten Batterie, vollständig ausgehärtet. Die Batterie war fünf Jahre im Einsatz. Jemand hat sie fallen lassen, und so kam es zu einer Unterbrechung.
5 = Meter- Zelle, die ca. 120 mV mehr erzeugt als die kurzen Zellen, aber auch nur eine Stromstärke von ca. 12-15 mA liefert
Die 16 kg Batterie hat sich aber nicht bewährt, weil sie keine nennenswerte Steigerung der Leistung brachte. Lediglich die Stromstärke war ein wenig stabiler geworden. Bemerkenswert bei diesen Batterien ist, dass das Kurzschließen die Zellen nicht zerstört, wie dies bei bekannten Batterien der Fall ist. Man kann also „Plus“ und „Minus“ miteinander verbinden, die Batterie kurzschließen, ohne dass die Batterie entladen wird. Zwar sinkt dabei die Spannung ab, aber wenn man den Kurzschluss wieder entfernt, ist die Batterie nach wenigen Minuten wieder wie neu. Sogar nach einem über einige Monate andauernden Kurzschluss erholt sich die Batterie binnen einiger Minuten und liefert dann die gleiche Spannung und die gleiche Stromstärke wie eine neue Kristallzelle.
In dem folgenden Bild sieht man die fertige 16 kg Batterie, die eigentlich dazu gedacht gewesen war, den danebenstehenden Bedini- Motor zu betreiben. So weit bin ich aber noch nicht gekommen, denn im Augenblick ist die Leistung der Kristallzelle zu schwach, aber es ist durchaus denkbar, dass das System eines Tages fusionieren wird.

Das Sprichwort sagt, viele Köche verderben den Brei, aber viele Batterien können nur zu einem besseren Resultat führen. Verderben können sie kaum etwas. Ich brauche nur viele kleinere Kristallbatterien mit mehr Leistung, und die werde ich eines Tages zur Verfügung haben, davon bin ich fest überzeugt, denn es gibt noch sehr viel Material und viele Ideen, womit man Versuche machen und das System optimieren kann. Die beiden letzten Bilder zeigen den Aufbau der 16 kg Zelle und den Zusammenbau der Anoden sowie das Befestigen im Aluminiumzylinder.

In naher Zukunft plane ich, weitere Versuche zu starten und andere Materialien zu verwenden. So habe ich an Magnesium, Lithium, Kalium und Natrium gedacht, aber auch andere Füllstoffe könnten nützlich sein. So habe ich zum Beispiel Zinkpulver in Betracht gezogen. Es gibt aber auch noch einige andere Füllstoffe, die schwer zu beschaffen sind. Ich wäre froh, wenn mir jemand dabei helfen könnte. Darum gebe ich hier meine E-Mail- Adresse an, falls jemand unter den Lesern besser an solche Produkte herankommt als ich. Ich würde mich sehr über Rückmeldung freuen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Fotos: Guy Harry






















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