Wirtschaft soll Termin 6. Juni nutzen
Internetanbieter, Netzwerkbetreiber und Hersteller von Heimnetzwerkgeräten hat der Potsdamer Informatikwissenschaftler Prof. Christoph Meinel aufgerufen, am 6. Juni den weltweiten IPv6-Tag zu nutzen, um auf den gleichnamigen neuen Standard im Internet umzusteigen. Meinel ist Direktor des Hasso-Plattner-Instituts und Vorsitzender des deutschen IPv6-Rats. Veranstalter des IPv6-Tags (www.worldipv6launch.org) ist die Internet Society (ISOC), eine Nichtregierungsorganisation, die sich um die Pflege und Weiterentwicklung der Internetinfrastruktur kümmert. Teilnahmewillige aus Deutschland können die Adresse ihrer unter dem neuen Standard erreichbaren Internetpräsenz dem Deutschen IPv6-Rat melden, der sie unter www.ipv6council.de auflistet.
Bereits Anfang Juni vergangenen Jahres waren bei einem weltweiten Test Internetinhalte einen Tag lang parallel zum veralteten Protokoll IPv4 auch nach dem neuesten Standard IPv6 angeboten worden. Der Großversuch hatte die Alltagstauglichkeit der neuen Datenverkehrsregeln im Internet bestätigt.
Weil in Kürze die allerletzten Internetanschlussadressen des alten Standards an die Endkunden verteilt sein dürften, ist es nach Ansicht des Potsdamer Internetwissenschaftlers höchste Zeit für den schnellen Umstieg auf IPv6. Die Abkürzung steht für das Internetprotokoll in der Version sechs. Nur durch den praktisch unerschöpflichen Adressenvorrat des neuen Standards könne das explosive Wachstum des Internets abgesichert werden, sagte Meinel, der am HPI auch Leiter des Fachgebiets Internet-Technologien und -Systeme ist.
Der Potsdamer Professor hob hervor, dass das alte Internet zwar immer noch funktionieren, aber nicht mehr wachsen werde. Hingegen werde das neue Protokoll wachsende Möglichkeiten sogar noch für künftige Generationen gewährleisten. Da keine alten Internetadressen mehr beschafft werden könnten, hätten es Unternehmen nun mit Kunden, Lieferanten und Partnern zu tun, mit denen man künftig nur noch über das IPv6-Protokoll kommunizieren könne.
Anfang Mai hatte sich Meinel beim Datenschutzkongress 2012 in Berlin dafür ausgesprochen, bei der flächendeckenden Einführung des Internetstandards IPv6 nicht nur die technischen Herausforderungen zu meistern, sondern auch im Hinblick auf den Datenschutz und insbesondere den Schutz der Privatsphäre Regeln aufzustellen. Er verwies auf die im März vom deutschen IPv6-Rat mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, gemeinsam besprochenen Leitlinien (www.ipv6council.de/documents/leitlinien_ipv6_und_datenschutz.html).





















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