• Bayer hat es geschafft! Die Korrektur der Prognose für das Gesamtjahr konnte allen Unkenrufen zum Trotz vermieden werden, auch wenn der Ausblick nun den unschönen Zusatz "zunehmend ambitioniert" trägt. Doch was in Leverkusen angesichts der zahlreichen Gewinnwarnungen der vergangenen Wochen zum Aufatmen verführte, wollte bei Analysten und Investoren nicht so recht verfangen. Nicht nur weil die für das zweite Quartal ausgewiesenen Zahlen spürbar unter den Erwartungen lagen, sondern auch weil der Prognosezusatz als versteckte Gewinnwarnung ausgelegt wurde. Wie immer kommt es auf die Perspektive des Betrachters an, ob das Glas halb voll oder halb leer ist.

  • Die Deutsche Bahn setzt bei der Unkrautbekämpfung im Gleisbett weiter auf Glyphosat. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, geht das aus einer aktuellen Ausschreibung hervor. Darin sucht die Bahn nach einem Dienstleister, der für den Vertragszeitraum von 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2022 die "bundesweite chemische Vegetationskontrolle" im 33.000 Kilometer umfassenden Streckennetz übernimmt. Dabei kann ausdrücklich auch Glyphosat zum Einsatz kommen. Die Bahn gilt als größter Einzelverwender des umstrittenen Wirkstoffs in Deutschland. Die Bekämpfung von Pflanzen im Gleisbett sei aus Sicherheitsgründen unerlässlich, teilte das Unternehmen der "NOZ" mit.

  • Im Ringen mit den Glyphosat-Klagen, die Bayer so schwer belasten, scheint der Konzern einen Erfolg erzielt zu haben: Ein US-Richter senkte die Höhe des Schadenersatzes, den Bayer zahlen muss. Dass der Konzern dennoch in die Berufung geht, ist kein Wunder. Der Sieg in San Francisco ist ein Pyrrhussieg. Der Richter betont auch, dass die Klage in der Sache berechtigt ist. Auf Basis der Beweise verdiene Monsanto eine Bestrafung. Damit fällt die Verteidigungsstrategie zusammen. Bayer hatte seine Hoffnung darauf gesetzt, dass Richter anders entscheiden als vermeintlich emotionale Geschworene. Nun hat Bayer es amtlich: Monsanto hat seine Kunden getäuscht. Die Hoffnung, mit Freisprüchen aus den Tausenden Verfahren zu kommen, dürften in Leverkusen verschwunden sein. Längst hat das große Rechnen begonnen. Welche Vergleiche können wir uns leisten, um rasch die schwere Hypothek des Monsanto-Deals zu tilgen?

  • Das Bundesumweltministerium hat die Ankündigung von Bundesagrarministerin Julia Klöckner zum Ende der Glyphosat-Zulassung in der Europäischen Union begrüßt. "Es ist gut, dass die Bundeslandwirtschaftsministerin sich zum Enddatum 2022 bekennt", sagte ein Ministeriumssprecher dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe). "Für die Zeit vor 2022 brauchen wir einen überzeugenden Ausstiegspfad mit Einschränkungen bei Flächen und Anwendungen", betonte der Sprecher. Dazu sei man "in konstruktiven Gesprächen" mit dem Landwirtschaftsministerium.