• Deutschlands Industrie lehnt Pläne von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) klar ab, mit staatlicher Beteiligung "nationale Champions" zu schaffen. "Politische Eingriffe mit dem Ziel, bestimmte Firmen zu Champions auszubauen, sind in einer Marktwirtschaft wenig sinnvoll", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Schweitzer reagierte auf die kürzlich von Altmaier vorgelegte Industrie-Strategie. "Der Staat sollte sich auf die richtigen Rahmenbedingungen konzentrieren und sich für einen fairen internationalen Wettbewerb einsetzen. Hier ist die Bundesregierung gefragt", sagte er. Mit Ausnahme von Airbus hätten sich die vielen starken Unternehmen in Deutschland nicht entwickelt, "weil der Staat gesagt hat, wir brauchen einen nationalen Champion. Sie haben sich dank weitsichtiger Eigentümer und einer überzeugenden Strategie durchgesetzt".

  • Vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU und der Arabischen Liga fordern die Grünen, europäische Finanzhilfen künftig stärker von guter Regierungsführung abhängig zu machen. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der außenpolitische Sprecher Omid Nouripour: "Wenn Geld in korrupte und autoritäre Strukturen fließt, stärkt es jene Machthaber, die ihre Macht auf Kosten von Bürgerrechten und Demokratie ausbauen. Die jetzige Politik der EU gegenüber den arabischen Staaten jenseits des Mittelmeeres trägt zur Restauration jener Strukturen bei, die im Arabischen Frühling erst zum Aufstand der Menschen geführt haben. Europas Politik des Schweigens muss endlich ein Ende haben".

  • Linken-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte fordert vom Parteitag von Freitag bis Sonntag in Bonn ein geschlossenes Bekenntnis zur EU. "Wir müssen klar sagen: Wir stehen zu dieser Europäischen Union", sagte Korte der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Die EU, die von Rechten und Rechtsradikalen unter Beschuss steht, müssen wir verteidigen."