• Ingrid Matthäus-Maier fordert die Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechtes. Im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Donnerstagausgabe) sagte die Sprecherin der Kampagne »Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz«: Ich frage mich, wie lange wollen die Kirchen noch gegen die Wand laufen, ehe sie das menschenrechtswidrige 'Kirchliche Arbeitsrecht' aufgeben? Das Kirchliche Arbeitsrecht diskriminiert über 1,3 Millionen Menschen in den Kirchen, Caritas und Diakonie. Ob Kirchenaustritt oder Nichteinstellung konfessionsfreier Menschen, bei der katholischen Kirche auch noch Homosexualität: Keinen Millimeter gibt die Kirche freiwillig auf." Auch nach dem aktuellen Urteil behalte sich die Kirche eine Verfassungsbeschwerde vor.

  • Unmittelbar vor dem vatikanischen Gipfeltreffen zur Aufarbeitung der weltweiten Missbrauchsskandale wächst der Druck auf die katholische Kirche, sich stärker um die Opfer zu kümmern. Der Regierungsbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Die bisherigen Anerkennungszahlungen der katholischen Kirche in Höhe von durchschnittlich 5000 Euro sind bestimmt keine angemessene Anerkennung für das Leid, das Jungen und Mädchen durch Geistliche und Kirchenmitarbeiter in der katholischen Kirche erlitten haben."

  • Es gibt wohl keinen Skandal, der so schulterzuckend und widerstandslos hingenommen wird wie dieser: dass den Menschen hierzulande der Glauben mehr und mehr abhandenkommt! Die jüngsten Austrittszahlen der katholischen wie evangelischen Kirche stellen neue Rekorde auf mit dem vorläufigen "Zwischenstand", dass nur noch gut 53 Prozent der Bundesbürger einer christlichen Kirche angehören. Und die Kommentare der Mitverantwortlichen sind seit Jahren eingeübt. Von einer "schmerzenden", auch "besorgniserregenden" Entwicklung ist dann die Rede.

  • Die Sonderrechte, die die Kirche in Deutschland für sich beansprucht, kümmern trotz sinkender Zahlen von Gläubigen erstaunlich wenige Menschen. Was von tiefer Verwurzelung in der Gesellschaft zeugt, die niemand ernsthaft in Frage stellt. Regelmäßig aber gibt es Gelegenheiten, jene Alleinstellung in Zweifel zu ziehen. Warum soll sich ein Arzt im katholischen Krankenhaus dem absurden katholischen Scheidungsverbot eifriger unterwerfen als sein Glaubensgenosse im städtischen Krankenhaus? Oder demütiger als der konfessionslose Kollege im eigenen Haus?