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Doku-Reihe: War Games - Der Kalte Krieg

Der Baker Test: Die zweite Kernwaffentestoperation der USA am 25. Juli 1946.Foto: ZDF / Everett Historical

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Doku-Reihe: War Games - Der Kalte Krieg

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Nach dem Zweiten Weltkrieg begann schon bald ein neuer internationaler Konflikt – allerdings ohne direkte Kampfhandlungen. Schnell standen sich der Westen unter der Führung der USA und die Sowjetunion mit Drohgebärden gegenüber – das Wettrüsten prägte die folgenden vier Jahrzehnte.

Die achtteilige Reihe "War Games – Der Kalte Krieg" beleuchtet die unmittelbare Nachkriegszeit und die Phase von der Gründung der NATO 1949 bis zum Fall der Mauer 1989 – in ZDFinfo erstmals und im Block zu sehen am Freitag, 7. April 2017, von 18.45 bis 0.45 Uhr.

Wettrüsten 18:45 Uhr
Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen zwei Supermächte hervor, die sich mit unterschiedlichen Ideologien und zunehmender Feindseligkeit gegenüberstanden: Die USA hatte mit den Atombombenabwürfen auf Japan das Bedrohungspotenzial bereits veranschaulicht. Die UdSSR bürdete vielen Völkern in Osteuropa diktatorische Herrschaftssysteme auf. Durch ideologisch motivierte Bürgerkriege in Griechenland und China stieg die Spannung zwischen Kapitalismus und Kommunismus weiter an.

Hysterie 19:30 Uhr
Im Jahr 1949 gründeten mehrere westeuropäische Nationen die NATO – eine Allianz mit den USA, um sich gegen die UdSSR zu verteidigen. Im selben Jahr testete die Sowjetunion ihre erste Atombombe. Das Wettrüsten war voll entbrannt – und erzeugte Paranoia, wie sie sich etwa in den USA in Schauprozessen und Hexenjagden gegen politische Gegner anzeigte. Ob Stellvertreterkriege wie in Korea oder Spionage – der Kalte Krieg begann heißzulaufen.

Revolution 20:15 Uhr
Mitte der 1950er Jahre entstanden immer mehr Militärbasen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Der Freiheitsdrang der Ungarn wurde von sowjetischen Panzern niedergewalzt. Ein paar Jahre später erhielten die USA direkt vor ihrer Haustür einen kommunistischen Nachbarn – die kubanische Revolution wurde zum relevanten Faktor im Kalten Krieg. Und der Kampf um die Eroberung des Weltraums begann mit dem Start von Sputnik, dem ersten von Menschenhand geschaffenen Objekt im All.

Atompoker 21:00 Uhr
Der Kalte Krieg wurde heiß, als die UdSSR 1962 Atomsprengköpfe auf Kuba stationierten. Die Welt kam plötzlich einem Atomkrieg sehr nahe. In Vietnam trafen die ersten US-Truppen ein. Und im Prager Frühling 1968 wurde die Idee eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" konterkariert. Die Landung auf dem Mond war ein "riesiger Sprung für die Menschheit". Und im Jahr 1972 besuchte Richard Nixon als erster US-Präsident das kommunistische China.

Flächenbrand 21:45 Uhr
Die Spannungen des Kalten Krieges dauerten in den 1970er Jahren weiter an. Nur vereinzelt gab es Lichtblicke, wie etwa den Abzug der US-amerikanischen Truppen aus Vietnam. Mit dem Test der Neutronenbombe geriet das nukleare Wettrüsten außer Kontrolle. In Angola brach ein Bürgerkrieg aus, Waffen und Söldner strömten ins Land. 1979 schließlich unterzeichneten Jimmy Carter und Leonid Breschnew einen Vertrag zur Begrenzung der Atomwaffen.

Ohnmacht 22:30 Uhr
Der Westen war empört, als das sowjetische Militär in Afghanistan einmarschierte. Die USA boten den Anti-Regierungsrebellen – den Mudschahedin – sofort Waffen und Unterstützung an. Der Boxer Muhammad Ali setzte sich für den Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau ein. Athleten aus dem Westen blieben den Spielen fern, aber die sowjetischen Truppen verharrten noch viele Jahre in Afghanistan. Die Furcht vor einer globalen Vernichtung äußerte sich weltweit in Protesten und Demonstrationen.

Abgrund 23:15 Uhr
Die USA waren weiter bereit, Gewalt anzuwenden, um die Ausbreitung des Kommunismus zu stoppen. Gegen eine Linksregierung entsendete US-Präsident Ronald Reagan Marines auf die Insel Grenada. In Nicaragua kämpfte die sandinistische Regierung gegen die von den USA unterstützten Contra-Rebellen. 1987 kündigte Reagan ein neues Waffenprogramm an, das bald "Star Wars" genannt wurde. Gorbatschow, der neue Präsident der UdSSR, setzte sich für ein Ende des Kalten Krieges ein.

Zusammenbruch 24:00 Uhr
In den 1980er Jahren wurde die Gewerkschaft "Solidarnosc" in Polen zum Leuchtturm für den gesamten Ostblock. In Berlin fiel 1989 und nach 28 Jahren die Mauer, die Deutschland geteilt hatte. In Rumänien hatten Ceausescu und seine Frau seit Jahrzehnten wie kaiserliche Herrscher gelebt – nun fielen sie in Ungnade. Indessen erklärten sich immer mehr Sowjetrepubliken für unabhängig. Die UdSSR existierte nicht mehr, der Kalte Krieg war vorerst vorbei.

Erneut ist die Reihe am Donnerstag, 13. April 2017, ab 0.45 Uhr in ZDFinfo zu sehen.
Ab Freitag, 7. April 2017 in der ZDFmediathek.



Quelle: ZDF


675 Wörter im Bericht.

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