Vom Bank-Direktor zum Bio-Bauern

Foto: Stanze / Flickr (CC)

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Der 61-jährige Harald Quint beißt genüsslich in einen knackigen Elstar. Vor sieben Jahren kaufte der ehemalige Bankdirektor und Jurist den Vogelfängerkaten, einen 13 Hektar großen Bauernhof im lauenburgischen Linau. Seitdem baut er Obst nach streng ökologischen Maßstäben an, mithilfe modernster Technik.

16.000 Apfelbäume hat er gepflanzt. In diesem Jahr hängen sie so voll mit Früchten wie nie zuvor. Dabei sah es im Juni nicht nach einer reichen Ernte aus. Harald Quint hatte die Bäume mit seiner neuen Schneidemaschine gestutzt. Ein großer Teil der Äpfel lag anschließend am Boden. Den Verlust nimmt er in Kauf. "Bäume kann man das ganze Jahr schneiden, im Sommer verheilen sie schneller", erklärt er.

Mit Landwirtschaft hatte Harald Quint früher nichts zu tun, aber der Quereinsteiger ist experimentierfreudig und offen für neue Ideen. Als einziger Obsthof Norddeutschlands setzt er bei der Bestäubung der Bäume seiner Plantage vor allem auf Wildbienen. Sie kommen mit dem unbeständigen norddeutschen Klima besser klar als die Honigbiene. "Wind und leichter Nieselregen macht ihnen nichts aus und alles über sechs Grad ist willkommen, während die Honigbienen erst bei zwölf Grad aktiv werden", erzählt er. Harald Quint fing mit 1.000 gekauften Wildbienen an, dank seiner sehr speziellen Pflege sind es jetzt weit über 50.000.

Auch die 200 Hühner, die frei in der Plantage herumlaufen, machen sich nützlich. Sie liefern nicht nur Eier, sie halten auch erfolgreich Schädlinge in Schach. Doch diesmal waren es weder Apfelwickler noch Pilzkrankheiten, die dem Apfelbauern Kopfzerbrechen bereiteten. Sein siebtes Jahr als Apfelbauer wird Harald Quint so schnell nicht vergessen: Am der Ende einer anstrengenden Saison steht er vor einem Problem, mit dem er nicht gerechnet hat: Er hat zu viel Obst!

"NDR NaturNah: Vom Bank-Direktor zum Bio-Bauern". Zu sehen ist die 30minütige Dokumentation am Dienstag, 10. März, um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen. Wiederholt wird die Sendung am Mittwoch, 11. März, um 13.05 Uhr.



Quelle: NDR NaturNah


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