Inhalte im Bereich: Meinung



Mit dem skurrilen Spektakel der Geisterspiele nutzt der Fußball seine marktbeherrschende Stellung konsequent aus.
24. Apr. 2020

Gespenstisch und demaskierend

Das Vorhaben ist legitim. Welcher Ertrinkende würde sich nicht an einen Rettungsring klammern? Zumindest moralisch heikel ist allerdings die Frage, warum dieser Rettungsring einzig und allein dem ohnehin Reichsten und Mächtigsten in der Branche zur Verfügung steht. Während die Volleyballer, Schwimmer, Leichtathleten und Ruderer selbst schauen müssen, wie sie sich irgendwie über Wasser halten.

Der Fußball hat eine Chance verdient, aber nicht durch eine Sonderbehandlung, sondern weil er sich wie alle anderen auch an zuvor definierte Regeln hält.
24. Apr. 2020

Bundesliga hat eine Chance verdient

Die Fußball-Bundesliga hat wenig mit Bolzplatz-Romantik zu tun. Die DFL ist ein Zusammenschluss von 36 Klubs, die knallharte wirtschaftliche Interessen verfolgen. Die können sie nur erreichen, wenn der Ball rollt. Es ist deshalb absolut legitim, dass sie alles dafür tun, um die Voraussetzungen zu schaffen, den Spielbetrieb in der Corona-Pandemie fortzusetzen. Die Diskussion darüber sachlich zu führen, fällt vielen schwer. Diesen Status hat sich die Branche über Jahrzehnte durch immer größere Distanz zur Basis erarbeitet.

Corona gibt uns die Chance zu überdenken, an welchen Maßstäben wir uns orientieren wollen.
15. Apr. 2020

Wir tun das Richtige

Nun wissen wir also Bescheid. Die Bundesregierung und die Länder haben ihren Fahrplan verkündet, mit dem sie den Weg aus der Corona-Krise gehen wollen. Bei Geschäften ist man etwas mutiger als bei den Schulen, die erwartete Maskenpflicht kommt nur abgeschwächt als Empfehlung. Damit haben unsere Regierenden einen Mittelweg beschritten. Diese Linie hat einen bedeutenden Vorteil: Sie bietet die höchste Wahrscheinlichkeit, dass ein möglichst großer Teil der Bevölkerung den Weg mitgeht. Denn wichtig ist schon, dass die Bürger glauben, das Richtige zu tun.

Im Klartext: mehr Söder und weniger Laschet.
15. Apr. 2020

Kommentar zur Lockerung der Corona-Regeln

Die Kontaktsperre bleibt, eine Lockerung der strengen Verhaltensregeln wird es bis Anfang Mai nur in kleinen Schritten geben. Nach langer Debatte geben Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder eindeutig der Eindämmung des Corona-Virus den Vorzug. Große Teile der Wirtschaft müssen sich hingegen weiter gedulden. Es gehe darum, den "zerbrechlichen Zwischenerfolg nicht zu gefährden, denn die Richtung ist gut, aber wir haben nicht viel Spielraum", sagt die Bundeskanzlerin. Heißt im Klartext: mehr Söder und weniger Laschet. Gut so!

Covid-19 ist nicht nur komplex, sondern auch paradox. Je wirksamer die Kontaktverbote, desto höher wohl die Welle der neuen Fälle bei Lockerungen
14. Apr. 2020

Die Uhr tickt

Die Uhr tickt. Jeden Tag sterben Menschen an Covid-19. Jeden Tag rücken Unternehmen näher an den Abgrund. Jeden Tag wanken unsere Bürgerrechte mehr. Die Regierung muss ihre Strategie anpassen, zügig und endlich auf der Basis interdisziplinärer Empfehlungen. Denn der Kosmos Corona ist komplex und braucht komplexe Reaktionen. Die Uhr tickt. Jeden Tag sehen wir neue Fakten und Kurven. Aber die Zahl gemeldeter Infektionen sagt wenig, unter anderem, weil die Tests auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit verweisen und nicht die aktuelle Lage beschreiben, und weil sie sich nicht auf die Bevölkeru...

Manche Lernkurve entwickelt sich halt so zaghaft, wie man es sich sehnlichst von der Corona-Infektionskurve wünscht.
6. Apr. 2020

Die Lernkurven in der Corona-Krise

Es ist die dritte Woche der starken Ausgangsbeschränkungen in Bayern und zumindest gefühlt sind 13 Millionen Bürgerinnen und Bürger nun zu Corona-Experten mutiert. Die Lernkurve zeigt nach oben, wenn auch in unterschiedlichem Tempo. Das lässt sich im Mikrokosmos Supermarkt jetzt vor Ostern exakt studieren: Viele halten inzwischen ganz selbstverständlich Abstand, die Zahl der Kunden mit selbst genähten Schutzmasken steigt und nur ein zum Glück immer kleinerer Teil bugsiert seinen Einkaufswagen ohne Rücksicht auf jede Distanzregeln durch die Gänge. Manche Lernkurve entwickelt sich halt so zag...

Es braucht Ideen, Impulse und Innovationen - und auch Ziele. Termine, die dick angestrichen im Kalender stehen, an denen sich die Menschen festhalten können.
3. Apr. 2020

Mehr Optimismus wagen

Die Welt wird nach Corona eine andere sein. Die Wirtschaft wird geschrumpft und die Staatskasse wird leer sein. Und ja, ganz nebenbei, die schöne Regensburger Maidult wird es 2020 auch nicht gegeben haben. Selbst besessene Berufsoptimisten strecken die Waffen und räumen ein, dass das Coronavirus nicht einfach ein böser Traum ist, aus dem wir alle morgen aufwachen. Doch gerade weil wir das alles jetzt wissen und hundert Mal gehört haben, sind wir gefordert, mit aller Macht dagegen anzugehen. Und das beginnt am besten damit: Mehr Optimismus wagen.

Politisches Handeln, das sich - auch wenn das Ziel hehr ist - als "alternativlos" darstellt, ist undemokratisch.
31. März 2020

Der erste und der zweite Blick

Auf den ersten Blick ist die Entscheidung sehr einfach. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, ihre körperliche Unversehrtheit steht an erster Stelle. Die Würde des Menschen ist unantastbar - das trifft auf alle, aber vielleicht sogar besonders auf die Kranken und Schwachen zu. Würde bedeutet hier auch, auf gerechte und angemessene Behandlung vertrauen zu dürfen, und zwar ohne Ansehen der Person, ihres Alters und der daraus resultierenden Lebenserwartung, der Schwere ihrer Erkrankung. In Italien, wo an Covid-19 Erkrankten die Luft zum Atmen fehlt und ihr Leben wegen fehlender Beatmungsg...

Corona hat die Wirtschaft hart getroffen.
29. März 2020

Leben nicht gegen Geld aufwiegen

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sind vorübergehend verhängt worden. Wie lange sie tatsächlich dauern müssen, weiß niemand. Brauchen wir also eine Exit-Strategie? Ja, selbstverständlich. Es ist aber nicht sinnvoll, über einen Exit so zu sprechen, als könne man die Maßnahmen zur Beschränkung des öffentlichen Lebens rasch aufheben. Damit weckt man Hoffnungen, die zu Enttäuschungen führen müssen.

Insgesamt werde die Gefahr, die vom Coronavirus ausgehe überschätzt.
27. März 2020

Bei zu langer Corona-Isolation drohen gefährliche Folgekrankheiten

Der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer warnt davor, die restriktiven Anti-Corona-Maßnahmen zu lange aufrechtzuerhalten, da sonst potenziell tödliche Folgekrankheiten zunehmen könnten. "Die Leute werden Fett ansetzen, es wird Diabetes zunehmen, es wird häusliche Gewalt zunehmen, und es werden Selbstmorde zunehmen. Dauern die aktuellen Maßnahmen zu lange an, drohen ernsthafte Probleme für die Gesundheit der Bundesbürger", sagte Krämer in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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