Arbeitsplätze für Flüchtlinge - Unternehmen stellen ein

Foto: Ineedawsomepics / Pixabay (CC 0)

Themen
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Über sieben Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen Flüchtlinge oder haben dies in den vergangenen fünf Jahren getan. Weitere elf Prozent planen das. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der IW Consult unter mehr als 900 Geschäftsführern von Industrie- und Dienstleistungsfirmen.

Rund eine Million Flüchtlinge kamen im vergangenen Jahr nach Deutschland, darunter viele aus Kriegs- und Krisenländern wie Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak. Mit rund 90.000 war die Zahl der Arbeitslosen aus den genannten vier Ländern im Februar 2016 allerdings fast doppelt so hoch wie die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von dort. Denn einen Job zu finden, fällt vielen schwer.

Einen Hoffnungsschimmer liefern die Ergebnisse der Befragung der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Knapp elf Prozent der befragten Firmen haben konkrete Pläne, künftig Flüchtlinge zu beschäftigen. Unternehmen, die bereits Flüchtlinge zur Belegschaft zählen, planen sogar zu über 40 Prozent, weitere Flüchtlinge einzustellen.

Dennoch: Mehr als drei Viertel der Firmenchefs bezeichnen fehlende Deutschkenntnisse als großes Hemmnis, Flüchtlinge einzustellen. Zu geringe fachliche Qualifikationen sind für 60 Prozent der Befragten eine allzu hohe Hürde. Für die Hälfte der Geschäftsführer stehen Unsicherheiten mit dem Aufenthaltsrecht sowie für 17 Prozent ein zu hoher Mindestlohn entscheidend im Weg.

„Die Bundesregierung muss es Flüchtlingen weiter erleichtern, Deutsch zu lernen und sich fortzubilden“, sagt IW-Direktor Michael Hüther, den der Wirtschafts- und Energie-Ausschuss des deutschen Bundestags am Mittwoch, den 16. März, zum Thema hörte. Ein Erfolgsfaktor zur Beschäftigung von mehr Flüchtlingen sei zudem, sie regional gleichmäßig zu verteilen. „Eine zu starke Konzentration anerkannter Flüchtlinge auf wenige Regionen verkleinert ihre Integrationschancen“, so Hüther. Eine Beschränkung der Wohnortwahl auch für anerkannte Flüchtlinge sei deshalb nicht nur mit Blick auf die gleichmäßige Lastenteilung zwischen den Kommunen sinnvoll.



Quelle: IW Köln


Themen (Top 10/365)

  • Achtung, Lobbyarbeit!
    Montag, 04. Februar 2019

    Grundschul-Toiletten sorgen in Bayern seit Tagen für Gesprächsstoff. Nachdem zum 1. Januar das Geschlecht "divers" als drittes Geschlecht gesetzlich anerkannt worden ist, kündigten mehrere...

  • Datenschutzbehörden beklagen massive Personalnot
    Mittwoch, 13. Februar 2019

    Die Datenschutzbehörden der Länder leiden unter massivem Personalmangel. Das hat eine bundesweite Umfrage des MDR-Magazins "exakt" ergeben. Die Datenschutzbeauftragten kritisieren eine viel zu dünne...

  • Armut darf sich nicht vererben
    Sonntag, 13. Januar 2019

    Kinderarmut - das bedeutet im reichen Deutschland nicht, dass Kinder Hunger leiden oder kein Dach über dem Kopf haben. Und doch ist, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband errechnet hat, jedes...

  • Gesetzeswidrige Abschiebung nach Afghanistan
    Dienstag, 17. Juli 2018

    Ein Asylbewerber, der am 3. Juli mit 68 weiteren nach Afghanistan gebracht wurde, hätte nach Recherchen des NDR nicht abgeschoben werden dürfen. Nasibullah S. hatte im Dezember 2015 Asyl beantragt,...

  • Kein Asyl für Nasibullah S.
    Freitag, 14. September 2018

    Die Klage des im Juli 2018 unrechtmäßig abgeschobenen afghanischen Flüchtlings Nasibullah S. gegen seinen abgelehnten Asylantrag ist nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der...

  • Polizei setzt immer stärker auf Social Media
    Mittwoch, 05. September 2018

    Information und Imagepflege, aber auch Unterhaltung und neuerdings sogar der Kampf gegen „Fake News“: Die Polizei baut ihre Präsenz in sozialen Netzwerken rasant aus. Bundesweit betreiben...

  • Lehren aus Datenklau: Unions-Innenexperte fordert Abgeordnete zu mehr Vorsicht auf
    Freitag, 11. Januar 2019

    Nach dem großangelegten Datenklau bei Politkern hat der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Mathias Middelberg, die Bundestagsabgeordneten zu mehr Vorsicht aufgerufen. Middelberg sagte der...

  • Zahl der minderjährigen Rekruten in der Bundeswehr 2018 deutlich gesunken
    Montag, 14. Januar 2019

    Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 1679 Soldatinnen und Soldaten eingestellt, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren. Dies war ein deutlicher Rückgang um etwas mehr als 20 Prozent...

  • Internationaler Geldwäscher-Ring soll aus Deutschland agiert haben
    Dienstag, 13. November 2018

    Deutschland steht im Zentrum eines internationalen Geldwäsche-Verfahrens. Die französische Justiz wirft 14 Beklagten vor, in zahlreichen Fällen Gewinne aus Drogenverkäufen in Europa zunächst in den...

  • Bio-Hühner: Deutschland droht juristischer Ärger mit EU-Kommission
    Montag, 04. Februar 2019

    Deutschland droht erneut juristischer Ärger mit Europa. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, bemängelt die Brüsseler Generaldirektion für Landwirtschaft die Haltung der Elterntiere von...