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Brandenburger Kirchenvertreter zweifeln an deutscher Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg

Foto: skeeze / pixabay (CC)

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Brandenburger Kirchenvertreter zweifeln an deutscher Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg

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Der katholische Potsdamer Pfarrer Klaus-Günter Müller sagte im RBB: "Der Friede von Versailles, der war so ungerecht, dass die Leute sagen, das ist Unrecht. Und wenn man einen ungerechten Frieden macht: daß das nach Revanche schreit, ist doch klar."

Die evangelische Generalsuperintendentin Heilgard Asmus sagte: "Ich vermute, es ist zu einfach zu sagen, am 1. September 39 hat der Zweite Weltkrieg durch Deutschland begonnen und Deutschland war ganz allein Schuld und alle anderen wollten gar keinen Krieg, die Großmächte."

Die Äußerungen fielen in Interviews über die Millionenförderung von mindestens 17 Brandenburger Kirchgemeinden durch die rechtslastige "Stiftung Preußisches Kulturerbe", vertreten durch den pensionierten Oberst der Bundeswehr Max Klaar.

Klaars Stiftung hatte ursprünglich mehr als sechs Millionen Euro Spenden für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche eingesammelt und sich aber aus dem Projekt zurückgezogen, weil er dort kein Versöhnungszentrum zur Aufarbeitung der NS-Geschichte wollte.

Bereits zwei Millionen verteilte seine Stiftung jetzt an die Kirchen, die das Geschichtsbild Klaars bislang nicht daran hinderte, die Großspenden anzunehmen. Klaar, zugleich langjähriger Vorsitzender des "Verbandes Deutscher Soldaten" schrieb 2011: "Beide Weltkriege wurden von Großbritannien und seinen Verbündeten als zweiter 30-jähriger Krieg geführt, um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten."

Der Berliner Rechtsextremismus-Forscher Professor Hajo Funke sagte zu Klaars These, diese entspreche der "Propaganda der Nationalsozialisten".

Darüberhinaus distanzierte sich die Generalsuperintendentin Heilgard Asmus von einem weiteren Zitat Max Klaars, wonach am 08. Mai 1945 "die Ausschlachtung des völlig entrechteten Deutschland" begonnen habe. Asmus nannte das angesichts des Leids, das Deutschland über andere Völker gebracht habe eine "unverschämte Geschichtsverfälschung."



Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg


256 Wörter im Bericht.

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