Lesezeit: 2 Min

Lohnlücke von Frauen und Männern - Mindestlohn setzt nicht an den Ursachen an

Foto: StartupStockPhotos / pixabay (CC)

Themen
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Lohnlücke von Frauen und Männern - Mindestlohn setzt nicht an den Ursachen an

.

Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern hat sich 2015 laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verringert. Die Statistiker vermuten dahinter auch einen Effekt des im Jahr 2015 eingeführten Mindestlohns. Dieser könnte zu dem Rückgang beigetragen haben – allerdings ist auch ein unerwünschter Nebeneffekt nicht ausgeschlossen.

Der Gender Pay Gap, also die durchschnittliche Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern, hat sich von 21,6 Prozent im Jahr 2014 auf 21,3 Prozent im Jahr 2015 reduziert. Damit bleibt die Lohnlücke seit Jahren nahezu unverändert. Der kleine Rückgang im vergangenen Jahr könnte theoretisch mit dem 2015 eingeführten Mindestlohn zusammenhängen, wenn durch dessen Einführung mehr Frauen als Männer von einer Anhebung ihrer Löhne profitiert haben.

Allerdings dürfte die gesetzliche Lohnuntergrenze auch Folgen für die Beschäftigung im Niedriglohnbereich haben. Einen Hinweis darauf liefert die Entwicklung der Minijobs: So ist laut Bundesagentur für Arbeit im August 2015 die Zahl der Frauen in ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5 Prozent gesunken, während die Zahl der Männer in diesen Jobs nur um etwa die Hälfte dessen abnahm. Wenn eine Geringverdienerin ihren Job verliert, verringert dies zwar ebenfalls die Lohnlücke, weil ihr Lohn dann nicht mehr in den Durchschnittslohn der Frauen bei der Berechnung des Gender Pay Gaps einfließt. Die wirtschaftliche Lage der Frauen hat sich dadurch aber nicht verbessert.

Ohnehin kann der Mindestlohn allenfalls die Symptome, nicht aber die Ursachen der Entlohnungsunterschiede angehen. Diese sind bekannt und liegen vor allem in den unterschiedlichen Merkmalen berufstätiger Frauen und Männer: Beispielsweise wählen Frauen andere Berufe als Männer und kümmern sich länger um die Erziehung ihrer Kinder. Verschiedene Studien zeigen, dass sich die Lohnlücke fast vollständig erklären lässt, wenn man diese und weitere Faktoren berücksichtigt.



Quelle: IW Köln


283 Wörter im Bericht.

Themen (Top 10/365)

  • Achtung, Lobbyarbeit!
    Montag, 04. Februar 2019

    Grundschul-Toiletten sorgen in Bayern seit Tagen für Gesprächsstoff. Nachdem zum 1. Januar das Geschlecht "divers" als drittes Geschlecht gesetzlich anerkannt worden ist, kündigten mehrere...

  • Datenschutzbehörden beklagen massive Personalnot
    Mittwoch, 13. Februar 2019

    Die Datenschutzbehörden der Länder leiden unter massivem Personalmangel. Das hat eine bundesweite Umfrage des MDR-Magazins "exakt" ergeben. Die Datenschutzbeauftragten kritisieren eine viel zu dünne...

  • Armut darf sich nicht vererben
    Sonntag, 13. Januar 2019

    Kinderarmut - das bedeutet im reichen Deutschland nicht, dass Kinder Hunger leiden oder kein Dach über dem Kopf haben. Und doch ist, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband errechnet hat, jedes...

  • Kein Asyl für Nasibullah S.
    Freitag, 14. September 2018

    Die Klage des im Juli 2018 unrechtmäßig abgeschobenen afghanischen Flüchtlings Nasibullah S. gegen seinen abgelehnten Asylantrag ist nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der...

  • Polizei setzt immer stärker auf Social Media
    Mittwoch, 05. September 2018

    Information und Imagepflege, aber auch Unterhaltung und neuerdings sogar der Kampf gegen „Fake News“: Die Polizei baut ihre Präsenz in sozialen Netzwerken rasant aus. Bundesweit betreiben...

  • Lehren aus Datenklau: Unions-Innenexperte fordert Abgeordnete zu mehr Vorsicht auf
    Freitag, 11. Januar 2019

    Nach dem großangelegten Datenklau bei Politkern hat der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Mathias Middelberg, die Bundestagsabgeordneten zu mehr Vorsicht aufgerufen. Middelberg sagte der...

  • Zahl der minderjährigen Rekruten in der Bundeswehr 2018 deutlich gesunken
    Montag, 14. Januar 2019

    Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 1679 Soldatinnen und Soldaten eingestellt, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren. Dies war ein deutlicher Rückgang um etwas mehr als 20 Prozent...

  • Familiennachzug erreicht Obergrenze
    Dienstag, 26. Februar 2019

    Die Visa für den Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus haben inzwischen das vereinbarte Kontingent von tausend pro Monat erreicht. Im Rahmen des wieder eingeführten...

  • Internationaler Geldwäscher-Ring soll aus Deutschland agiert haben
    Dienstag, 13. November 2018

    Deutschland steht im Zentrum eines internationalen Geldwäsche-Verfahrens. Die französische Justiz wirft 14 Beklagten vor, in zahlreichen Fällen Gewinne aus Drogenverkäufen in Europa zunächst in den...

  • Bio-Hühner: Deutschland droht juristischer Ärger mit EU-Kommission
    Montag, 04. Februar 2019

    Deutschland droht erneut juristischer Ärger mit Europa. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, bemängelt die Brüsseler Generaldirektion für Landwirtschaft die Haltung der Elterntiere von...