Lesezeit: 2 Min

Nepal: Noch immer leben Hunderttausende Kinder in Trümmern

Zwei Jahre nach dem Erdbeben fürchten SOS-Kinderdörfer um die Sicherheit der KinderFoto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit

Themen
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Nepal: Noch immer leben Hunderttausende Kinder in Trümmern

.

Nach dem großen Erdbeben in Nepal vor zwei Jahren leben viele der Betroffenen noch immer in extremer Armut. Vor allem außerhalb der Zentren hausen weiterhin Hunderttausende Kinder und Erwachsene in Zelten, unter Plastikplanen oder aus Trümmern zusammengebastelten Behausungen. Der Wiederaufbau nach den Verwüstungen in einem der ärmsten Länder der Welt geht insbesondere in den ländlichen Regionen nur sehr langsam voran.

Am 25. April 2015 rissen schwere Beben 9000 Menschen in den Tod und zerstörten 800 000 Häuser, Tausende wurden verletzt, Millionen obdachlos. "Obwohl die internationale Gemeinschaft kurz nach der Tragödie vier Milliarden Dollar an Hilfsgeldern bereitgestellt hat, hat die Betroffenen bis heute nur ein Bruchteil der Hilfe erreicht", kritisiert Elitsa Dincheva, Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer weltweit, zum 2. Jahrestag der Katastrophe. Dincheva war während des Erdbebens, ein Jahr danach und erst vor wenigen Wochen wieder in Nepal. Laut der Hilfsorganisation hat die nepalesische Regierung jedem Erdbebenopfer rund 2000 Dollar für den Wiederaufbau ihrer Häuser versprochen, bisher wurden meist nur etwa 500 Dollar pro Kopf ausgezahlt.

"In Teilen Nepals sieht es leider immer noch so aus, als habe das Erdbeben erst kürzlich das Land erschüttert. Mancherorts liegen auch zwei Jahre nach der Katastrophe nur Trümmer herum. Das ist bitter!", findet Dincheva. Besonders hart sei die Situation für Kinder: Viele haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Es fehlt an festen Gebäuden, in denen Kinder und Familien geschützt vor Kälte, Hitze und Monsunregen wohnen können. "Unsere Sorge ist außerdem, dass Kinder Kinderarbeit verrichten müssen, um das Familieneinkommen zu sichern, oder im schlimmsten Fall gar Opfer von Menschenhandel werden", sagt Dincheva.

Unmittelbar nach der Katastrophe haben die SOS-Kinderdörfer Zehntausende Menschen mit provisorischen Unterkünften, Geldtransfers, der Einrichtung von Schutz- und Spielräumen sowie temporären Lernzentren für Kinder erreicht. Heute baut die Hilfsorganisation Hunderte zerstörte Wohnhäuser, mehrere Schulen und Kindergärten erdbebensicher wieder auf. "Langsam kommt der Wiederaufbau in Schwung, das ist die gute Nachricht", sagt Dincheva. "Wir sind jetzt von der reinen Nothilfe beim Wiederaufbau angelangt. Doch bis Nepal wieder weitgehend aufgebaut ist, werden noch Jahre vergehen."



Quelle: ots/SOS-Kinderdörfer weltweit


339 Wörter im Bericht.

Themen (Top 10/365)

  • Achtung, Lobbyarbeit!
    Montag, 04. Februar 2019

    Grundschul-Toiletten sorgen in Bayern seit Tagen für Gesprächsstoff. Nachdem zum 1. Januar das Geschlecht "divers" als drittes Geschlecht gesetzlich anerkannt worden ist, kündigten mehrere...

  • Datenschutzbehörden beklagen massive Personalnot
    Mittwoch, 13. Februar 2019

    Die Datenschutzbehörden der Länder leiden unter massivem Personalmangel. Das hat eine bundesweite Umfrage des MDR-Magazins "exakt" ergeben. Die Datenschutzbeauftragten kritisieren eine viel zu dünne...

  • Armut darf sich nicht vererben
    Sonntag, 13. Januar 2019

    Kinderarmut - das bedeutet im reichen Deutschland nicht, dass Kinder Hunger leiden oder kein Dach über dem Kopf haben. Und doch ist, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband errechnet hat, jedes...

  • Lehren aus Datenklau: Unions-Innenexperte fordert Abgeordnete zu mehr Vorsicht auf
    Freitag, 11. Januar 2019

    Nach dem großangelegten Datenklau bei Politkern hat der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Mathias Middelberg, die Bundestagsabgeordneten zu mehr Vorsicht aufgerufen. Middelberg sagte der...

  • Zahl der minderjährigen Rekruten in der Bundeswehr 2018 deutlich gesunken
    Montag, 14. Januar 2019

    Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 1679 Soldatinnen und Soldaten eingestellt, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren. Dies war ein deutlicher Rückgang um etwas mehr als 20 Prozent...

  • Familiennachzug erreicht Obergrenze
    Dienstag, 26. Februar 2019

    Die Visa für den Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus haben inzwischen das vereinbarte Kontingent von tausend pro Monat erreicht. Im Rahmen des wieder eingeführten...

  • Internationaler Geldwäscher-Ring soll aus Deutschland agiert haben
    Dienstag, 13. November 2018

    Deutschland steht im Zentrum eines internationalen Geldwäsche-Verfahrens. Die französische Justiz wirft 14 Beklagten vor, in zahlreichen Fällen Gewinne aus Drogenverkäufen in Europa zunächst in den...

  • Bio-Hühner: Deutschland droht juristischer Ärger mit EU-Kommission
    Montag, 04. Februar 2019

    Deutschland droht erneut juristischer Ärger mit Europa. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, bemängelt die Brüsseler Generaldirektion für Landwirtschaft die Haltung der Elterntiere von...

  • Enteignungen: Zu radikal, aber sexy
    Sonntag, 07. April 2019

    Berlin ist radikaler als der Rest der Republik - das zeigt die Initiative für ein Volksbegehren, die am Wochenende in der Hauptstadt ihren Anfang nahm. Die Aktion will große Wohnungskonzerne im...

  • Väter kümmern sich mehr um ihre Kinder
    Dienstag, 28. Mai 2019

    Mütter tragen zwar nach wie vor die Hauptlast der Kinderbetreuung, doch immerhin holen die Väter langsam auf. Eine gemeinsame Elternzeit könnte die Gleichstellung weiter fördern.