Will die Gesellschaft Journalismus?

New York Times 1942Bild: janeb13 / Pixabay (CC 0)

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"Großartig", schwärmte Klaus Brinkbäumer, "Spiegel"-Chefredakteur und Mitglied der Hauptjury des Henri-Nannen-Preises: In diesem Jahr habe es in sämtlichen Kategorien herausragende Texte gegeben. Und viele Journalisten in der erlesenen Runde pflichteten ihm bei am vergangenen Donnerstagabend im Hamburger Curio-Haus. Dessen ungeachtet schreitet der Auflagenverlust bei Zeitschriften und Zeitungen weiter voran: Im ersten Quartal 2016 verlor "Der Spiegel" mehr als 10 Prozent. Auch die "Süddeutsche Zeitung" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" büßten Auflage ein. Ein weiteres Krisenzeichen ist der Stellenabbau bei "Der Spiegel", Gruner + Jahr sowie der "FAZ".

Das Medienmagazin "Zapp" geht am Mittwochabend (4. Mai) um 23.20 Uhr im NDR Fernsehen der Frage nach, wie die Zukunft von Qualitätsmedien aussehen könnte. An Herausforderungen und Gefahren für die Verlagshäuser mangelt es nicht. Ein Aspekt ist, dass Werbekunden "massiv in digitale Angebote abdriften, weil dort die Messung der Nutzung der Werbung viel besser vorgenommen werden kann", so Prof. Michel Clement vom Institut für Marketing an der Universität Hamburg. Mathias Müller von Blumencron, Digitalchef der "FAZ": "Über den Berg ist niemand. Wir haben uns Zeit gekauft und das ist gut so."

Zeit und Geld investieren die Verlage vor allem in neue digitale Angebote, die aber bisher die Verluste an anderer Stelle nicht aufwiegen. Dr. Markus Kreher, Wirtschaftsprüfer bei KPMG, der die wirtschaftliche Entwicklung vieler Verlage seit Jahren beobachtet, mahnt: "Wenn wir es nicht schaffen, als Gesellschaft ein Interesse hochzuhalten, dann werden wir es auch nicht gerettet kriegen." Dabei würden die Menschen journalistische Kompetenz zur Einordnung im Stimmengewirr der sozialen Netzwerke mehr denn je brauchen, so die Einschätzung von Dr. Sascha Hölig vom Hans-Bredow-Institut.



Quelle: NDR


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