Zerrissenes Amerika

Foto: Unsplash / CC0 via Pixabay

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Zwei Monate vor der Wahl scheinen die USA gespaltener zu sein denn je: Entfremdung der Bürger von der politischen Elite in Washington, die Entgrenzung in der politischen Auseinandersetzung. Beides hat sich in den letzten Jahren in den USA rasant verstärkt. Doch hinter der Radikalisierung der politischen Kultur steckt auch eine gesellschaftliche Krise: Nie war die Schere zwischen Arm und Reich so groß, der amerikanische Traum vom Aufstieg so unerfüllbar.

Matthias Fornoff, ehemaliger US-Korrespondent des ZDF, ist im Wahlkampf in die USA gereist, um die Zerrissenheit des Landes zu erspüren. Er war in den Hamptons bei New York, wo ein Strandhaus 50 Millionen Dollar kostet - und in den Slums von Memphis, wo er auf die Frage nach dem größten Problem der Menschen die Antwort "Hunger" bekam.

Zwischen diesen Extremen liegt eine schrumpfende und verunsicherte Mittelschicht, die mit Studien- und Immobilienkrediten hochverschuldet ist und aus ihrem Einkommen oft nicht einmal mehr die Krankenversicherung finanzieren kann. Auch zwischen den ethnischen Gruppen ist die Kluft in den vergangenen Jahren wieder größer geworden. In Mississippi traf Matthias Fornoff eine afroamerikanische Mutter, deren Sohn von einem weißen Polizisten bei einer Kontrolle erschossen wurde.

In Arizona hat er Grenzschützer begleitet und mexikanische Einwanderer getroffen, die seit 15 Jahren illegal, ohne Papiere, in den USA leben. Und er war in Washington D.C., wo alle Fäden zusammenlaufen, aber das Vertrauen der Bürger schon lange verlorengegangen ist.

Die großen Themen dieses Wahlkampfes sind klar: Immigration, Gerechtigkeit und Rassismus. Doch selten war der Blick darauf so unterschiedlich und so wenig vereinbar wie im Wahljahr 2016.

Sendetermin: Mittwoch, 7. September 2016, 22.15 Uhr, auslandsjournal spezial im ZDF



Quelle: ZDF


Presse Spiegel