EU-Kommission zur Kernkraft: Augen verschließen macht keinen Sinn

Bild: Udo Springfeld / CC BY 2.0 via Flickr

Umwelt
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Laut Medienberichten macht sich die EU-Kommission dafür stark, neue Reaktortechnologien zu entwickeln. Der Gedanke dahinter ist sinnvoll: Wenn Kernkraft in den nächsten Jahrzehnten wichtig bleibt, muss Europa die Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten.

Auch wenn der deutsche Kernenergieausstieg richtig ist: Bisher ziehen zu wenige Länder nach – vor allem jene nicht, die sich im wirtschaftlichen Aufholprozess befinden. So schätzt die Internationale Energieagentur, dass sich der Anteil der Kernenergie im Strommix der Nicht-OECD-Länder bis 2040 verdoppeln wird. Und selbst für die EU erwartet die Energieagentur bis dahin nur einen leichten Rückgang.

Von der großen Entsorgungsproblematik abgesehen, ist die Kernenergie für viele Länder preislich attraktiv. Überdies bietet sie die Möglichkeit, CO2-Ziele zu erreichen – und das ist mit der Vision des Klimagipfels von Paris noch wichtiger geworden.

Es ist deshalb sinnvoll, die Weiterentwicklungen der Atomenergie auf EU-Ebene mitzugestalten. Denn nur in dieser Rolle wird Europa in der Lage sein, strenge Sicherheitsstandards einzufordern und darauf zu drängen, Entsorgungsfragen verbindlich zu klären. Und: Nur dann wird die EU international technologische Standards setzen können.

Entsprechend beweist die EU-Kommission mit ihren Plänen Realitätssinn. Der würde auch der deutschen Energiewende gut tun – denn deren Erfolg wäre die beste Empfehlung, dass sich Länder weltweit von der Kernenergie abwenden.



Quelle: IW Köln


Presse Spiegel