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Neues Klimaschutzabkommen Voraussetzung für privatwirtschaftliche Investitionen in klimafreundliche Technologien

Foto: Foto-Rabe / pixabay (CC)

Umwelt
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Neues Klimaschutzabkommen Voraussetzung für privatwirtschaftliche Investitionen in klimafreundliche Technologien

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Eine Mehrheit unter den Wirtschaftsführern weltweit ist davon überzeugt, dass der Abschluss eines langfristigen Klimaschutzabkommens den entscheidenden Impuls für privatwirtschaftliche Investitionen in kohlenstoffarme Technologien auslösen kann. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie des United Nations Global Compact und Accenture anlässlich des UN-Weltklimagipfels COP21 in Paris. Die Studie zeigt weiterhin, dass die befragten Wirtschaftsvertreter im Kampf gegen den Klimawandel auch eine Chance für Wachstum und Innovation sehen. So gehen sie davon aus, dass Unternehmen sich mit klimafreundlichen Technologien einen Wettbewerbsvorteil in ihren jeweiligen Branchen verschaffen können.

Die gemeinsame Studie "Special Edition: A Call to Climate Action" des United Nations Global Compact und Accenture basiert auf einer Umfrage unter 750 Führungskräften von am UN Global Compact partizipierenden Unternehmen. Laut der von Accenture Strategy durchgeführten Studie sieht eine große Mehrheit von 70 Prozent der befragten Manager in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Dollar im Kampf gegen den Klimawandel eine Chance für mehr Wachstum und Innovation in ihrem Unternehmen in den nächsten fünf Jahren. Etwa zwei Drittel unter ihnen (67 Prozent) sind überzeugt, dass sich klimafreundliche Maßnahmen auch aus unternehmerischer Sicht lohnen.

Betrachtet man hingegen Unternehmen aller Größenordnungen, so ist mehr als die Hälfte der Wirtschaftsführer (54 Prozent) aus insgesamt 121 Ländern der Meinung, dass sich aus dem Kampf gegen den Klimawandel bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre neue Geschäftsmöglichkeiten für ihr Unternehmen ergeben werden. Etwas weniger als die Hälfte der Befragten (48 Prozent) ist hingegen der Meinung, dass es bereits heute entsprechende Geschäftsmodelle gibt.

"Die internationale Gemeinschaft hat in Paris die einmalige Chance, den Kampf gegen den Klimawandel durch eine mutige, ambitionierte und universelle Vereinbarung voranzubringen", sagte Lise Kingo, Geschäftsführerin des United Nations Global Compact. "Unsere Studie zeigt ganz klar, dass die Wirtschaftsführer bereit sind, dabei eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Wir glauben, dass die Wirtschaft eine entscheidende Rolle dabei spielen und entsprechende Impulse setzen kann, um diesen ersten Test für unsere kollektive Handlungsfähigkeit hinsichtlich des gemeinsamen Erreichens der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu bestehen."

Regierungen sind gefragt

Die Top-Manager aus der Wirtschaft sind sich einig, dass nun auch die Regierungen gefragt sind, um weitere Fortschritte zu erzielen. So sind knapp drei Viertel der Vorstände (74 Prozent) in den Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar der Meinung, dass eine langfristige Einigung in Paris eine entscheidende Voraussetzung für weitere Investitionen der Privatwirtschaft in klimafreundliche Technologien ist. Legt man die Antworten aller befragten Führungskräfte zu Grunde, so sind immerhin noch 61 Prozent dieser Ansicht.

Neben diesem Appell an die Verantwortung der Politik sagen aber auch zwei Drittel der Unternehmensführer (66 Prozent), dass der Privatsektor sich nicht genug im Kampf gegen den Klimawandel engagiere. Zwar glauben 91 Prozent, dass Unternehmen hier unbedingt einen Beitrag leisten müssten, doch nur etwa ein Drittel (34 Prozent) glaubt, dass die bisher erzielten Fortschritte ausreichen, um die Erderwärmung unter dem angestrebten Zwei-Grad-Anstieg zu halten.

Die Studienautoren haben fünf Handlungsempfehlungen an die Politik formuliert, die dabei helfen können, weitere privatwirtschaftliche Investitionen in den Klimaschutz zu stimulieren:

1. Gesetzgebung und Steuermechanismen, um Investitionen in klimafreundliche Lösungen zu steigern;
2. Finanzielle Instrumente zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich kohlenstoffarmer Technologien;
3. Leistungsstandards zur Reduzierung von Treibhausgasen und Steigerung der Anpassungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels;
4. Globale, robuste und verlässliche Preismechanismen für den Emissionshandel;
5. Abschaffung oder allmählicher Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe.

Wirtschaftsführer wollen Klarheit

Weiterhin wurden im Rahmen der Studie 75 CEOs von Unternehmen befragt, die die Caring for Climate Initiative unterzeichnet haben, welche politischen Maßnahmen sie befürworten würden. Drei Viertel der befragten CEOs glaubt, dass ein Preismechanismus für CO2-Emissionen eines der wichtigsten Instrumente sei, um den Kampf gegen den Klimawandel weiter zu forcieren. 82 Prozent sagen, dass die Unternehmen von den Regierungen einen klaren regulatorischen Fahrplan und einen festen Zeitrahmen für die zukünftige Gestaltung von Preismechanismen für CO2-Emissionen benötigten. 84 Prozent sind der Ansicht, dass Kohlenstoffmärkte mit stabilen Emissionspreisen ein wichtiger Anreiz für Innovationen und Investitionen im Bereich der sauberen Energien und der Energieeffizienz wären.

Wenn es darum geht, den vor ihnen liegenden Herausforderungen zu begegnen und als Unternehmen wirksame Pläne für die Zukunft aufzustellen, fordern 38 Prozent der Befragten stringentere und konsistentere Leistungsstandards zur Reduzierung von Treibhausgasen und eine Steigerung der Anpassungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels. 31 Prozent sehen in der Abschaffung oder dem allmählichen Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe eine entscheidende Maßnahme, um weitere Fortschritte zu erzielen.

"Zum vielleicht ersten Mal in der Geschichte schließen sich Wirtschaftsführer und politische Entscheidungsträger zusammen, um ihre Kräfte auf den Abschluss eines wirklich umfangreichen Deals zu richten, der die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung beim Klimaschutz endlich schließen kann", sagt Peter Lacy, Geschäftsführer bei Accenture Strategy. "Unsere Studie zeigt sehr deutlich, dass Wirtschaftsführer den Klimawandel zunehmend als disruptiven Umbruch mit Folgen auch für ihre Branchen begreifen. Einige der führenden Unternehmen sehen im Klimawandel eine Chance für Wachstum, Innovation und die Erlangung von Wettbewerbsvorteilen."



Quelle: ots / UN Global Compact / Accenture


816 Wörter im Bericht.

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