Lesezeit: 2 Min

Transatlantischer Handel: Trumps verzerrte Sicht

Vier Fünftel der deutschen Warenexporte in die USA entfallen auf Investitionsgüter und Vorleistungen. Foto: Monika Neumann / CC0 via Pixabay

Welt
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Transatlantischer Handel: Trumps verzerrte Sicht

.

Wenn Angela Merkel am Freitag auf Donald Trump trifft, wird es insbesondere um den transatlantischen Handel gehen. Deutschland steht mit seinem Exportüberschuss im Fokus der Kritik des US-Präsidenten. Dabei ist der Überschuss in der Handelsbilanz anderer EU-Staaten relativ betrachtet deutlich größer.

In der Handelsbilanz mit den USA verbuchte die EU für das Jahr 2015 einen Überschuss von etwa 154 Milliarden Euro. Deutschland weist mit 54 Milliarden Euro – absolut betrachtet – den höchsten Überschuss aus, so dass US-Präsident Donald Trump insbesondere deutschen Exportunternehmen mit protektionistischen Maßnahmen wie Zöllen droht. Doch auch andere EU-Mitgliedstaaten wären davon stark betroffen. So übersteigen beispielsweise die Warenexporte Irlands in die USA die irischen Importe aus den USA um 24 Milliarden Euro. Da das irische Bruttoinlandsprodukt nur ein Zwölftel des deutschen beträgt, ist der irische Exportüberschuss also relativ gesehen um ein Vielfaches größer.

Wird der Exportüberschuss mit den USA in Relation zur wirtschaftlichen Größe gesetzt, so liegt Deutschland mit einem Überschuss von 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf einem Niveau mit Schweden, Österreich und Litauen (siehe Kurzbericht). In Irland beträgt der Überschuss im Warenhandel mit den USA dagegen mehr als 9,5 Prozent, in Dänemark ist er mit 2,6 Prozent ebenfalls wesentlich höher als in Deutschland. Diese Länder würden Trumps neue protektionistische Maßnahmen also mindestens ebenso hart zu spüren bekommen wie Deutschland.

Doch auch die US-Wirtschaft würde unter dem Protektionismus leiden. So würden unter anderem die Produktionskosten in den Vereinigten Staaten erheblich steigen – 81 Prozent der deutschen Warenexporte in die USA entfallen auf Investitionsgüter und Vorleistungen, werden vor Ort also zur Produktion eingesetzt oder weiterverarbeitet. Diese Investitionsgüter und Vorleistungen durch günstigere inländische zu ersetzen, ist kurzfristig kaum möglich, weil es sich oft um hochspezialisierte Produkte handelt, die nicht ohne entsprechendes Know-how und den damit verbundenen Forschungsaufwand hergestellt werden können. Die Kosten in Form von Preisaufschlägen für die neu eingeführten Zölle werden dann die US-Verbraucher zahlen müssen.



Quelle: IW Köln


319 Wörter im Bericht.

Presse Spiegel

  • Zur IAA - Autofahrt ins Ungewisse
    Straubinger Tagblatt
    11. September 2019 | 18:23:28

    Straubing (ots) - Nun wissen Insider ganz genau, dass in den Forschungszentren der deutschen Autobauer mit Hochdruck an all diesen technischen Herausforderungen gearbeitet wird. Und es wäre schon...

  • Zu klein gedacht
    Frankfurter Rundschau
    11. September 2019 | 17:59:46

    Frankfurt (ots) - Da hat die Bundeskanzlerin ein wahres Wort gesprochen: "Wenn wir den Klimaschutz vorantreiben, wird das Geld kosten", hat Angela Merkel am Mittwoch im Bundestag gesagt. Aber: "Wenn wir...

  • "Antisemitische Taten härter bestrafen": Beauftragter der Bundesregierung fordert Verschärfung des Strafrechts
    Der Tagesspiegel
    11. September 2019 | 01:00:51

    Berlin (ots) - Nach den jüngsten judenfeindlichen Angriffen fordert der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, eine Verschärfung des Strafrechts. "Das Strafrecht muss so...

  • Notfallversorgung: Steiger-Stiftung warnt Länder und Kommunen vor Blockade der Spahn-Reform
    Neue Osnabrücker Zeitung
    11. September 2019 | 01:00:43

    Osnabrück (ots) - Rettungsdienst-Experten haben Länder und Kommunen davor gewarnt, die Reform der Notfallversorgung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu blockieren. "Das Rettungswesen ist...

  • Bayer-Betriebsrats-Chef: Es müssen auch Häuptlinge gehen
    Rheinische Post
    11. September 2019 | 00:00:18

    Düsseldorf (ots) - Oliver Zühlke, Chef des Gesamtbetriebsrats von Bayer, begrüßt die Verkleinerung des Vorstands: "Angesichts des Abbaus von 12.000 Stellen haben wir früh gefordert, dass nicht nur...

  • CDU-Chefhaushälter kritisiert Klima-Stiftungs-Konzept von Parteifreund Altmaier
    Rheinische Post
    11. September 2019 | 00:00:17

    Düsseldorf (ots) - Der Chefhaushälter der Unionsfraktion im Bundestag, Eckhardt Rehberg, hat das Stiftungskonzept von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zur Finanzierung von...

  • SPD-Haushälter Kahrs weist Ruf nach Aufgabe der "schwarzen Null" scharf zurück
    Rheinische Post
    11. September 2019 | 00:00:16

    Düsseldorf (ots) - Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rechnet fest damit, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der nächste Kanzlerkandidat der Union wird. "Ich würde ein gutes...

  • Ex-Kanzler Schröder wettet auf Armin Laschet als nächsten CDU-Kanzlerkandidaten
    Rheinische Post
    07. September 2019 | 00:00:16

    Düsseldorf (ots) - Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rechnet fest damit, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der nächste Kanzlerkandidat der Union wird. "Ich würde ein gutes...

  • EU bereitet europaweiten Abgleich von Bilddaten zur Gesichtserkennung vor
    Rheinische Post
    07. September 2019 | 00:00:15

    Düsseldorf (ots) - Die EU bereitet einen europaweiten Abgleich von Bilddaten zur Gesichtserkennung vor. Entsprechende "Vorüberlegungen" bestätigte die Bundesregierung nach einem Bericht der...

  • Laschet für engere Kooperation mit Russland
    Rheinische Post
    07. September 2019 | 00:00:14

    Düsseldorf (ots) - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich für eine engere Kooperation mit Russland ausgesprochen. Mit Blick auf die Entspannungspolitik der 70er...

  • Zu Senftleben
    Westfalen-Blatt
    06. September 2019 | 20:30:24

    Bielefeld (ots) - Die Ankündigung des Rückzugs ist nicht überraschend. Überraschend ist der späte Zeitpunkt. Fünf Tage hat Ingo Senftleben gebraucht, um die persönlichen Konsequenzen aus einem...

  • Zu gefährdeten Kindern
    Westfalen-Blatt
    06. September 2019 | 20:30:23

    Bielefeld (ots) - Die Zahlen alarmieren: 54.000 Fälle von möglicher Kindeswohlgefährdung haben die Jugendämter im vergangenen Jahr bearbeitet, zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Doch so paradox es...

  • Kommentar: Ein falsches Signal
    Rheinische Post
    06. September 2019 | 20:22:14

    Düsseldorf (ots) - Es konnte Chinas Premier Li Keqiang nicht überraschen, dass Angela Merkel den Hongkong-Konflikt offen anspricht. Sie hat das schon immer so gemacht, wenn es darauf ankam....

  • Kommentar: NRW hat zu viele Krankenhäuser
    Rheinische Post
    06. September 2019 | 20:20:14

    Düsseldorf (ots) - Die Reform der Krankenhauslandschaft ist überfällig. Etwa die Hälfte der rund 350 Häuser in NRW ist wirtschaftlich angeschlagen. Auch die medizinische Versorgungsqualität lässt...

  • Zu Merkels China-Reise
    Mitteldeutsche Zeitung
    06. September 2019 | 18:52:31

    Halle (ots) - Wir sollten uns von der Illusion lösen, dass das kleine Deutschland die Menschenrechtspolitik Pekings maßgeblich ändern kann. China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern ist eine...

  • Zum Plastiktütenverbot
    Mitteldeutsche Zeitung
    06. September 2019 | 18:48:31

    Halle (ots) - Der Verbrauch von Plastiktüten ist in Deutschland seit 2015 um zwei Drittel zurückgegangen. In der Umwelt landet hierzulande kaum eine davon. Wozu also brauchen wir jetzt noch ein...

  • Johnson hält Briten in Atem
    Straubinger Tagblatt
    06. September 2019 | 18:21:28

    Straubing (ots) - Nun wächst offenbar der Druck auf den Brexit-getriebenen Premier. Der will Neuwahlen. Die Opposition will sie auch, aber traut Johnson nicht über den Weg. Dieser Tage weiß man nie,...

  • Sinnloser Aktionismus
    Frankfurter Rundschau
    06. September 2019 | 17:00:46

    Frankfurt (ots) - Es gibt hierzulande jede Menge Probleme mit Müll und Mikroplastik - die Tüten gehören allerdings nicht zu den Hauptverursachern. Der Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja...

  • Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder: Linke leidet unter funktionaler Fehlorientierung
    neues deutschland
    06. September 2019 | 14:33:33

    Berlin (ots) - Das schlechte Abschneiden bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen stellt "unausweichlich und hart" die Frage nach der Bedeutung der Linkspartei. Das ist die Auffassung des...

  • Ex-Kanzler Schröder mahnt SPD: "Es ist ein Irrweg, grüner werden zu wollen als die Grünen"
    Rheinische Post
    06. September 2019 | 14:21:14

    Düsseldorf (ots) - Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seine Partei vor einem Linksruck gewarnt. "Es ist ein Irrweg, grüner werden zu wollen als die Grünen und linker als die...

  • Brandenburgs CDU-Vorsitzender Senftleben tritt zurück
    Der Tagesspiegel
    06. September 2019 | 13:56:51

    Berlin (ots) - Um die Bildung einer stabilen Regierung in Brandenburg mit der Union zu ermöglichen, tritt CDU-Landeschef Ingo Senftleben ab. Der 45-jährige wird sich in Kürze von allen Spitzenämtern im...

  • 40 Prozent der Hartz-IV-Bezieher erhalten trotz neuer Anstellung weiter Sozialleistungen
    Rheinische Post
    06. September 2019 | 00:05:14

    Düsseldorf (ots) - Rund 40 Prozent der alleinstehenden Hartz-IV-Bezieher erhalten auch nach dem Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiterhin Sozialleistungen. Das geht aus...

  • Ein Kommentar zur Industriekonjunktur
    Westfalen-Blatt
    05. September 2019 | 21:00:59

    Bielefeld (ots) - Keine Frage, die Lage ist ernst. Die ostwestfälische Industrie kann sich nicht abkoppeln vom globalen Negativtrend. Aber Panikmache ist fehl am Platz. Zumindest noch. Denn bislang...

  • Ein Kommentar zum Tierschutzlabel
    Westfalen-Blatt
    05. September 2019 | 21:00:58

    Bielefeld (ots) - Mit ihrer Weigerung, das geplante staatliche Tierschutzlabel ohne Widerspruch einfach so zu akzeptieren, laufen die Landwirte wissentlich Gefahr, wieder einmal in die Ecke der...

  • Neutralität ist wichtig - Kommentar von Joachim Fahrun
    Berliner Morgenpost
    05. September 2019 | 20:15:54

    Berlin (ots) - Menschen wegen eines Stücks Stoff auf dem Kopf den Zugang zu einem gerade bei jungen Frauen beliebten Beruf zu verwehren, ist ein erheblicher Eingriff in ihre persönliche Freiheit....