Allgemeine Zeitung Mainz: Farbe bekennen - Frank Schmidt-Wyk zum Höhenflug der Grünen

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Allgemeine Zeitung Mainz: Farbe bekennen - Frank Schmidt-Wyk zum Höhenflug der Grünen

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Mainz (ots) - Der Erfolg der Grünen ist die Quittung für die Untätigkeit der Regierungsparteien beim Klimaschutz. Wie sagte Kanzlerin Angela Merkel gerade im Kreis der Unionsfraktion? Nun müsse Schluss sein mit "Pillepalle", es sei Zeit für "disruptive" Veränderungen. Sprach die Frau, die sich 2007 inGrönland als "Klima-Kanzlerin" feiern ließ und seitdem in Sachen Emissionsbegrenzung kaum mehr zustande brachte als genau das: Pillepalle. Den Regierungsparteien CDU/CSU und SPD - nicht zu vergessen die FDP, die immerhin von 2009 bis 2013 mit am Kabinettstisch saß - fehlten in den vergangenen Jahren Wille, Kraft und Mut zur Disruption. Zu groß war die Folgsamkeit gegenüber der Wirtschaft und ihren Bedürfnissen, zu gering die Bereitschaft, die Deutschen mit unbequemen Wahrheiten zu konfrontieren. Nun müssen die Volksparteien verblüfft zur Kenntnis nehmen: Der einzigen Partei, die sich den Erhalt des Ökosystems als oberstes politisches Ziel gesetzt hat, laufen plötzlich in Scharen die Wähler zu. Es gibt kein wichtigeres Thema, als die Lebensbedingungen auf diesem Planeten - diese Erkenntnis scheint in der Bevölkerung angekommen zu sein. In den Parteizentralen von CDU, CSU, SPD und FDP offenbar immer noch nicht so ganz. Schon gar nicht in der AfD. Um einen Punkt reden allerdings auch grüne Politiker gerne drumherum: Konsequente Klimapolitik ist zwangsläufig mit Verzicht, Einschränkung und finanziellen Opfern verbunden, auch für den Einzelnen. Fraglich, ob der Höhenflug der Grünen anhält, wenn sie gezwungen sind, auch in diesem Punkt Farbe zu bekennen.



Quelle: ots/Allgemeine Zeitung Mainz


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