Donnerstag, 24 Sep 2020
Ein Opfer der Bombe in Hiroshima (7. August 1945)
Foto: Onuka, Masami

Kommentar zum Jahrestag von Hiroshima

Berlin (ots) - Die Uhr tickt. Zwar haben sich Senat und der Mutterkonzern von Galeria Karstadt Kaufhof, Signa, darauf verständigt, vier der sechs bedrohten Standorte in Berlin doch zu erhalten. Die bestehenden Probleme der Filialen sind durch die Vereinbarung allerdings nicht gelöst. Damit das Warenhaus an sich noch eine Zukunft hat, müssen dringend Konzepte her. Unternehmen, Politik und Gewerkschaften sollten die Zeit nun nutzen, um entsprechende Ideen in die Tat umzusetzen oder sich ehrlich zu machen. Denn sollte das Zeitalter der Warenhäuser angesichts starker Konkurrenz aus dem Internet und verändertem Einkaufsverhalten der Verbraucher vorbei sein, brauchen die Mitarbeiter neue Perspektiven. Dann muss auch Galeria Karstadt Kaufhof für entsprechende Qualifizierungsangebote sorgen oder bei der Suche nach einem neuen Job unterstützen. Für den Signa-Konzern ist der Plan derweil aufgegangen. Die Karstadt-Kaufhof-Mutter konnte die angespannte Lage des Warenhaus-Unternehmens für sich nutzen, um gleich aus mehreren Konfliktherden gestärkt hervorzugehen. Einerseits hat Signa mit den Immobilieneigentümern der geretteten Standorte deutlich geringere Mietzahlungen vereinbaren können. Durch diese Rabatte wird Karstadt Kaufhof der Profitabilität in vielen Häusern wieder näher rücken. Andererseits ist es Signa gelungen, für die künftigen Projekte des Konzerns in der deutschen Hauptstadt Zugeständnisse vom Senat festschreiben zu lassen. Vor allem für die Hängepartie rund um Renovierungspläne des Karstadt-Hauses am Hermannplatz ist das ein Befreiungsschlag. Auch bei den Vorhaben am Alexanderplatz und am Kurfürstendamm gibt es Fortschritte. Die Arbeit in Berlin fängt für Signa also erst an. Für das Unternehmen gilt, dass es nun auch beweisen muss, nicht nur für Immobilien gute Ideen zu haben.

Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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