Olympia 2032 an Rhein und Ruhr - Vorsicht an der Bahnsteigkante - Kommentar von Lothar Schmalen

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Olympia 2032 an Rhein und Ruhr - Vorsicht an der Bahnsteigkante - Kommentar von Lothar Schmalen

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Bielefeld (ots) - Es ist noch lange hin bis Olympia 2032. Und dennoch ist die Euphorie offenbar mit manchem Politiker schon durchgegangen. Ein ganz breites Bündnis im Landtag aus CDU, SPD, FDP und Grünen hat sich für eine Bewerbung der Städteregion Rhein/Ruhr um die Austragung der Olympischen Sommerspiele in 13 Jahren ausgesprochen. Das sportliche Großereignis soll in einem Teil von NRW stattfinden - von Aachen bis Dortmund. In dem Landtagsbeschluss ist von einer "großen Chance für Nordrhein-Westfalen" die Rede und davon, dass der Breitensport und seine 19.000 Vereine profitieren könnten. Und von einer "ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Ausgestaltung" der Spiele. Gerade für diese Attribute stand das Internationale Olympische Komitee (IOC) bislang nicht. Eher für das Gegenteil. Für Gigantismus, für Umweltsünden und deren unsoziale Folgen. Woraus Ministerpräsident Armin Laschet und die übrigen Unterstützer der olympischen Idee den Glauben hernehmen, dass diesmal alles anders werde, ist unklar. Die jüngste Haltung des IOC zu Fragen des Umgangs mit den Sportlern im Allgemeinen und mit Doping im Besondern rechtfertigen diesen Glauben jedenfalls nicht. Viele Fragen der Olympia-Bewerbung sind völlig offen. Wo soll das olympische Dorf hin? Wo soll oder kann ein bisher nicht vorhandenes Leichtathletik-Großstadion gebaut werden? Und vor allem: Was kosten die Olympischen Spiele an Rhein und Ruhr? Wie viel Geld müssen die 14 beteiligten Städte aufbringen? Darunter sind übrigens nicht wenige, die dringend auf Hilfe vom Steuerzahler für die Tilgung ihrer Altschulden warten. Vorsicht an der Bahnsteigkante, möchte man ihnen zurufen. Es bleibt jedenfalls schleierhaft, warum das Vier-Parteien-Bündnis im Landtag sich dennoch schon jetzt für eine Bewerbung ausspricht.



Quelle: ots/Neue Westfälische


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