Der Giftanschlag auf Nawalny muss vollständig aufgeklärt werden.
Foto: Evgeny Feldman / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Wenig Hoffnung auf Aufklärung im Fall Nawalny

Düsseldorf (ots) - Die Botschaft der Experten des Umweltrats ist eindeutig: Innovationen und Effizienzsteigerungen seien wichtig, reichten aber nicht: "Auch unsere Wirtschafts- und Lebensweisen müssen sich verändern, um ökologische Grenzen einzuhalten." So, wie es ist, kann es nicht bleiben, Deutschland tut aus ihrer Sicht zu wenig.

Die Experten schlagen unter anderem massive Eingriffe in den Verkehr vor, der einen großen Anteil an den CO2-Emissionen hat. Und weil dieser stärker zunahm als die Effizienzgewinne durch den technischen Fortschritt, sind die Belastungen sogar gestiegen. Ein weiter so - Stichwort Umweltprämien für Autos mit Verbrennungsmotor - kann es nicht geben, wenn wir es ernst meinen mit dem Klimaschutz.

Es macht daher Sinn, den Individualverkehr zu verteuern. Eine flächendeckende Pkw-Maut kann jedoch nur Wirkung entfalten, wenn gleichzeitig Alternativen bereitstehen. Andernfalls verteuert sie für den Pendler zwar die Fahrt zur Arbeit, mangels attraktiver Bus- und Bahnanbindung wird er aber weiterhin auf das Auto zurückgreifen (müssen). Es klingt banal, aber am sinnvollsten ist zunächst mal der Ausbau des klassischen öffentlichen Personennahverkehrs und ein Ausbau von Radwegen. Denn auch Mobilitätsangebote wie Uber führen bislang nicht zu einer Reduzierung des Autoverkehrs in den Städten - daher sollte die Regierung auch nicht auf deren Lobbyisten hereinfallen, die gerade versuchen, die Regulierung unter dem Deckmantel der Corona-Krise zu ändern.

Die Corona-Krise zeigt, wie heftig die wirtschaftlichen und sozialen Schäden sind, wenn sich Staaten nicht rechtzeitig auf Szenarien vorbereiten, die in der Wissenschaft diskutiert werden. Die Ausbreitung des Virus kann man per staatlicher Notbremse verlangsamen. Beim Klimawandel geht das bald nicht mehr.

Quelle: ots/Rheinische Post
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