Samstag, 08 Aug 2020
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7,1 Millionen Beschäftigte haben im vergangenen Jahr an Sonn- und Feiertagen gearbeitet. Das waren 18,8 Prozent aller Angestellten und damit fast jeder Fünfte. Der Großteil der Betroffenen, 4,7 Millionen Menschen, arbeitete sogar ständig oder regelmäßig sonn- beziehungsweise feiertags. Das geht aus der Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Linke) hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt. Die Statistik reicht zurück bis ins Jahr 1995. Damals lag der Anteil der Sonn- und Feiertags-Beschäftigten etwas geringer bei 18,2 Prozent. 2011 waren sogar 26 Prozent und damit mehr als jeder Vierte betroffen. Seitdem ist die Quote wieder leicht zurückgegangen.

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"Im Grundgesetz ist eindeutig festgelegt, dass Sonn- und Feiertage als Tage der Arbeitsruhe zu schützen sind", sagte Zimmermann der NOZ und forderte: "Die Bundesregierung muss ihre Möglichkeiten nutzen, die zahlreichen Ausnahmeregelungen nach dem Arbeitszeitgesetz einzuschränken." Natürlich müsse etwa in Krankenhäusern, Gaststätten und Kultureinrichtungen sonn- und feiertags gearbeitet werden, so Zimmermann weiter. "Eingeschränkt werden können aber zum Beispiel die Sonntags-Öffnungszeiten im Einzelhandel, die enorm liberalisiert worden sind. Die Öffnungszeiten müssen wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden", verlangte die Linken-Abgeordnete.

Sie betonte überdies, dass längst nicht alle Betroffenen materiell für ihre Sonn- und Feiertagsarbeit entschädigt würden. Zwar sähen viele Tarifverträge Zuschläge vor. "Tarifverträge gelten aber für immer weniger Beschäftigte. Die Bundesregierung muss daher Maßnahmen zur Stärkung von Tarifverträgen ergreifen und vor allem die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen erleichtern", sagte die Abgeordnete weiter.

Sie forderte aber auch mehr "gesellschaftliche Anerkennung" für diejenigen, die an Sonn- und Feiertagen wichtige Arbeit leisteten und die Tage nicht mit ihren Familien oder ihren Freunden in Ruhe genießen könnten.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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