Freitag, 14 Aug 2020
Foto: Boonekamp - das ist: G. Haase / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  299 Worte im Text  vor 329 Tagen

Mobil und flexibel: Arbeitsminister Hubertus Heil hat seine Vorschläge für die Zukunft der Arbeit veröffentlicht. Doch er hat es verpasst, die richtigen Weichen zu stellen – neue Regulierungen könnten gerade den kleinen Unternehmen schaden.

Die Entlohnung in den systemrelevanten sozialen Berufen, auf die es gerade in der Krise besonders ankommt, ist zu niedrig.
Foto: Luis Melendez

Lohnungerechtigkeit: Systemrelevant, aber weniger wert

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat heute Handlungsempfehlungen für die Zukunft der Arbeit vorgestellt. Rund ein Jahr lang hat Arbeitsminister Hubertus Heil mit Bürgen und Experten gesprochen, um am Ende ein Konzept vorzulegen, das vor allem eines mit sich bringt: Neue Regulierungen, die an der Realität vorbeigehen.

Betriebe müssen über mobile Arbeit entscheiden

Heil will einen Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten prüfen. Dabei verkennt er aber, dass in vielen Unternehmen bereits mobil gearbeitet wird – nämlich dort, wo es sinnvoll und umsetzbar ist. Möglich ist das nur, wenn zumindest bestimmte Aspekte der Arbeit auch woanders erledigt werden können und die technischen wie datenschutzrechtlichen Voraussetzungen gegeben sind. Das muss im Einzelfall geprüft werden. Beschäftigte, die mobil arbeiten, müssen ihre Arbeit stärker selbst organisieren und betriebliche und private Interessen bei der Gestaltung von Arbeitszeiten abwägen können. Dies setzt ein hohes Maß an Eigenverantwortung und einen vertrauensvollen Umgang von Führungskräften mit ihren Mitarbeitern voraus. Führungskräfte müssen darüber hinaus verschiedene Flexibilitätswünsche der Beschäftigten abwägen. Ein Rechtsanspruch würde massiv in das Weisungsrecht des Arbeitgebers über Zeit und Ort der Arbeit eingreifen.

Arbeitszeitflexibilität braucht keinen Rechtsanspruch

Die vorgestellten Handlungsempfehlungen klammern zentrale Aspekte eines flexiblen Arbeitszeitgesetzes bezogen auf Ruhezeiten und die Höchstarbeitszeit aus. Stattdessen soll geprüft werden, ob Beschäftigte zukünftig einen Anspruch auf die Einrichtung von Langzeitkonten erheben können. Arbeitszeitkonten, auf denen Beschäftigte einen Teil ihrer Arbeitzeit ansparen können, um bezahlte Auszeiten zu nehmen, sind zweifellos ein wichtiges Element einer lebensphasenorientierten Arbeitszeitgestaltung. Die hohen gesetzlichen Auflagen für Zeitwertkonten sind jedoch gerade für viele kleinere Unternehmen nicht tragbar. Hier werden flexible Arbeitszeitmodelle häufig in ganz anderen Formen gelebt – auch ohne neue Rechtsansprüche.



Quelle: IW Köln
#mehrGesellschaft
Wehe, man diskutiert öffentlich über die Kirchensteuer!

Kirche muss flexibler werden

Es ist die Urangst vieler Kirchenleute, das große "Bloß nicht darüber reden!": Wehe, man diskutiert öffentlich über die Kirchensteuer! Jedes Mal, wenn der Begriff irgendwo in den Medien fällt,...
Eine von den Arbeitgeberverbänden eingesetzte Kommission zur Zukunft der Sozialversicherung hatte zuvor betont, nur mit konsequenten Reformen und teils unbequemen Maßnahmen könne erreicht werden.
Foto: skeeze / CC0 (via Pixabay)

Höheres Renteneintrittsalter völlig inakzeptabel

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Vorschläge der Arbeitgeber zur Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge in scharfer Form zurückgewiesen. DGB-Vorstand Anja Piel sagte der "Neuen...
Ein Opfer der Bombe in Hiroshima (7. August 1945)
Foto: Onuka, Masami

Kommentar zum Jahrestag von Hiroshima

Jeder Mensch hat nur ein Leben. Ein einziges. Und doch scheint sein Wert nicht zu zählen in den Augen von Menschen, die jeden Tag irgendwo entscheiden über fremde, namenlose Leben. Bei der kühlen...
Fleisch muss wieder etwas Besonderes werden, wertgeschätzt werden.
Foto: Piqsels CC0

Wer Fleisch isst, trägt Verantwortung

Genug geschimpft über Arbeitszustände in Fleischfabriken, Tierquälerei in Schweineställen und Super-Sparpreise fürs Rindergulasch: Wer jetzt nichts ändert, hat keine Ausreden mehr. Der...
Die Leiharbeit war und ist der Motor der Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland
Foto: joffi

Fast zwei Drittel der Leiharbeitskräfte erhalten Niedriglohn

Der Niedriglohnanteil bei den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten ist im Bereich der Leiharbeit mehr als dreimal so hoch als bei den Vollzeitbeschäftigten insgesamt. Das geht aus...
Back To Top