Sonntag, 09 Aug 2020
Foto: Susanne Plank / CC0 (via Pixabay)
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Im Streit um eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten haben die Arbeitgeber scharf auf eine Warnung der Gewerkschaft Verdi vor steigendem Druck und längeren Arbeitszeiten reagiert. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Uns ist es wichtig, flexible Arbeitsgestaltung zu ermöglichen - sie erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und passt in eine moderne Form der Arbeitszeitkultur im 21. Jahrhundert. Was wir ganz bestimmt nicht brauchen, sind Forderungen von Gewerkschaften aus dem 20. Jahrhundert."

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Knives Out

Kampeter begrüßte, dass das Arbeitsministerium nach jahrelangen Ankündigungen nun offenbar endlich bereit sei, eine Flexibilisierung der Arbeitszeit vorzusehen. "Hoffentlich ist es dazu jetzt nicht schon zu spät", fügte er hinzu und forderte: "Wertschöpfung muss zukünftig da stattfinden, wo die Beschäftigten ihre Flexibilitätswünsche auch in einem rechtlich verlässlichen Rahmen erfüllen können." Den Arbeitgebern gehe es im Kern um Freiräume, die mit den Flexibilitätserwartungen von Kunden und Arbeitnehmern unter einen Hut zu bekommen seien - "und zwar partnerschaftlich".

Verdi-Chef Frank Werneke hatte zuvor gewarnt: "Die Arbeitgeberverbände wollen unter dem Stichwort 'Experimentierräume' im Wesentlichen die Ruhezeiten verkürzen." Der Gewerkschafter betonte: "Heute gilt eine Ruhezeit von elf Stunden." Wer um 8 Uhr im Büro zu arbeiten beginne, könne nicht verpflichtet werden, um 22 Uhr zu Hause noch Mails zu schreiben. "Genau das wollen die Arbeitgeber ändern", kritisierte Werneke.

Hintergrund: Das Bundesarbeitsministerium will in sogenannten Experimentierräumen mit Betrieben und Sozialpartnern neue Arbeitsmodelle erproben. Dabei geht es unter anderem um mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit und weniger Präsenzzeit im Büro. Das Ressort von Minister Hubertus Heil (SPD) erwägt auch einen gesetzlichen Anspruch auf mobile Arbeit, etwa für Homeoffice.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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