Wenn Kinder in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, kann das einen negativen Effekt auf ihren Schulerfolg haben.
Wenn Kinder in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, kann das einen negativen Effekt auf ihren Schulerfolg haben. Foto: Tyrone Daryl / CC BY 2.0 via Flickr
 1-2 Minuten Lesezeit  306 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

In Regionen mit hoher Armutsquote brechen viele Jugendliche die Schule ab, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das liegt nicht an fehlenden finanziellen Mitteln der Familien, sondern an der mangelnden Förderung von Kindern aus bildungsfernen Familien in Kitas und Schulen.

Die Umlage diskreditiert die erneuerbaren Energien, weil die Kosten per Stromrechnung den Verbraucherinnen und Verbrauchern aufgehalst werden.
Foto: S. Hermann & F. Richter

SPD-Vize fordert Abschaffung der EEG-Umlage

Werden die regional unterschiedlichen Lebenshaltungskosten berücksichtigt, gelten 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland als armutsgefährdet. Das bedeutet, ihren Familien stehen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung. Überdurchschnittlich hoch ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote in einigen Regionen Ostdeutschlands. So liegt sie in Leipzig bei fast 28 Prozent und im nördlichen Sachsen-Anhalt bei gut 32 Prozent. Gleichzeitig brechen dort knapp 12 beziehungsweise 11 Prozent der Jugendlichen die Schule ab – rund doppelt so viele wie im bundesweiten Durchschnitt. Ähnlich sieht es in Gelsenkirchen aus: Dort liegt die Armutsgefährdungsquote bei 39 Prozent und der Anteil der Schulabbrecher bei fast 11 Prozent. Im westlichen Mittelfranken sind dagegen weniger als 7 Prozent der Minderjährigen armutsgefährdet, nur 3 Prozent brechen die Schule ab.

„Wenn Kinder in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, hat das einen negativen Effekt auf ihren Schulerfolg“, erklärt IW-Forscher Wido Geis. Zwar zeigen Untersuchungen, dass die Ursache weniger das geringe Familieneinkommen ist, sondern die mangelnde Bildung vieler einkommensschwacher Eltern. Sie können ihre Kinder beim Lernen und bei den Hausaufgaben kaum unterstützen. Dadurch werden Bildungs- und Einkommensarmut häufig weiter vererbt, die Zahl der auf Sozialleistungen angewiesenen Personen bleibt hoch und die Wachstumsmöglichkeiten von Regionen können leiden.

Zwar kann die Schulabbrecherquote nicht mit Bildungsarmut gleichgesetzt werden, weil viele Jugendliche ihren Abschluss im beruflichen Übergangssystem nachholen. Das gilt jedoch nicht für alle, kostet Geld und Zeit, in denen der Nachwuchs dem Arbeitsmarkt trotz Fachkräfteengpässen nicht zur Verfügung steht. Deshalb sollte die Politik für Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten ein Lernumfeld schaffen, das es ihnen leichter macht, in der Schule Erfolg zu haben, fordert Geis.



Quelle: IW Köln


#mehrGesellschaft
Die Lage im Nahen Osten ist explosiver, als es zuletzt - auch überdeckt von der die ganze Welt beschäftigenden Corona-Krise - erschienen sein mag.
Foto: Wikimedia Images

Zurück auf der Tagesordnung: Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern

Der Frust der Palästinenser hat sich seit vielen Jahren aufgestaut. Nicht nur, dass ihre vor zwei Dekaden noch berechtigte Hoffnung, eines Tages in einem eigenen Staat leben zu können, teils durch...
Der Sozialverbands-Präsident wirft der Bundesregierung vor, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass ärmere Menschen stärker von der Pandemie betroffen sind.
Foto: Jordan Whitt

Mitte der Gesellschaft rutscht in Armut ab

Kurz vor der Vorstellung des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hat der Sozialverband Deutschland vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich gewarnt. "In den...
Es geht jedoch nicht nur um alte Schummeleien oder Schludrigkeiten. Vielmehr geht es darum, dass Giffey im September Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Die Glaubwürdigkeit von Franziska Giffey

Ob Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) aufgrund der Plagiate in ihrer Dissertation nun doch der Doktortitel entzogen wird oder nicht, könnte eine zu vernachlässigende Randnotiz sein....
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Impfpass mit Eintragungen der beiden Impfungen
Foto: Superikonoskop / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Gefälschte Impfpässe: Polizeigewerkschaft fordert für Polizisten Zugang zu Impfdaten des RKI

In der Debatte um gefälschte Impfpässe und Impfbescheinigungen fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für Polizisten den Zugang auf die Impf-Datenbank des Robert-Koch-Instituts (RKI). Der...
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Back To Top