Sonntag, 29 Nov 2020
Foto: estupidaopiniosa0 / pixabay (CC)
 2-3 Minuten Lesezeit  522 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Darmstadt (ots) - 70 Prozent der Studenten in Deutschland sind eigene Kinder wichtiger als der Traumjob. Trotzdem gehört der mögliche kinderbedingte Karriereknick zu den größten Sorgen künftiger Akademiker. Dies zeigt der unicensus kompakt, eine regelmäßige deutschlandweite Umfrage des Personaldienstleisters univativ. Im Mai und Juni 2015 befragte univativ 1742 Studenten und Studentinnen zum Thema Kinder- und Karriereplanung.

Diese groteske Kombination von Corona und Terror ist auch eine ebenso Metapher auf unsere Zeit.
Foto: Aneta Pawlik

Der unverwüstlich-sture Geist von Wien

Über 70 Prozent der Befragten haben durchaus bereits konkrete Vorstellungen, wann sie Kinder planen - die meisten würden der Familienplanung einige Jahre im Job voranstellen (37 Prozent). Nur acht Prozent der Befragten gaben an, Kinder nach der Probezeit, sieben Prozent direkt nach dem Abschluss zu planen. Lediglich zwei Prozent wollen schon während des Studiums Kinder bekommen.

"Familienplanung ist bereits unter Studenten ein wichtiges Thema", so Olaf Kempin, der Gründer und Co-Geschäftsführer von univativ. "Zwar hat Deutschland laut einer Studie der Wirtschaftsprüfgesellschaft BDO und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI die niedrigste Geburtenrate weltweit, allerdings schließen laut unicensus kompakt nur sechs Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer Kinder in ihrer Lebensplanung vollkommen aus. Das ist ein sehr positives Signal, sorgt man sich doch sonst gerade über die Geburtenrate unter Akademikern. Damit aber nach dem Einstieg in den Job keine Ernüchterung folgt, müssen Politik und Wirtschaft noch mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun."

Frauen sorgen sich um die Betreuung - Männer um die Finanzen

Die größte Angst haben weibliche Studenten beim Blick auf die Familienplanung vor einem möglichen Karriereknick, so 25 Prozent der Befragten. Ähnlich sorgenvoll blicken sie auf die damit verbundene Frage der Kinderbetreuung (20 Prozent) sowie auf finanzielle Einschränkung (17 Prozent) durch die Familiengründung. Bei den Männern steht die Furcht vor den finanziellen Einbußen mit 21 Prozent hingegen an vorderster Stelle. Auf Platz zwei der erwarteten Probleme landet bei ihnen mit 17 Prozent der Faktor Betreuung. Erst an dritter Stelle folgt die Angst vor einem Karriereknick (15 Prozent). Die verlagerte Priorisierung spiegelt hier noch geschlechterspezifische Befürchtungen aus einem eher klassischen Rollenbild wider. Allerdings gibt es auch viel Optimismus: 30 Prozent der befragten Frauen geben an, sich keine großen Sorgen um die Familienplanung zu machen, bei den Männern sind es sogar 37 Prozent.

Flexible Arbeitszeitmodelle erleichtern Akademikern die Entscheidung für die Familie

Trotz der grundsätzlich niedrigen Geburtenrate in Deutschland plant der Großteil der Studenten Kinder also fest mit ein. Selbst bei Aussicht auf den Traumjob würde nur knapp jeder dritte Student und jede vierte Studentin auf Nachwuchs verzichten wollen. Allerdings ist ein gemachtes Nest ein zunehmend wichtiger Faktor: "Frühere Generationen wollten noch jung Eltern werden, heute sehen sich die Studenten erst später in einer guten Position, um Kinder zu bekommen. Auf diese Entwicklung müssen sich die Unternehmen einlassen", sagt Olaf Kempin. "Ein gutes Drittel der Männer und 45 Prozent der Frauen möchten erst einige Jahre im Beruf sein, bevor sie das Thema Familienplanung angehen. Da spielt neben dem Wunsch, die Ausbildung Früchte tragen zu lassen, auch der Aspekt der finanziellen Sicherheit eine wichtige Rolle. Wenn Arbeitgeber die richtigen Voraussetzungen schaffen, damit die Pläne der Studierenden nicht an den Gegebenheiten der Realität im Berufsleben scheitern, zum Beispiel indem sie auf flexible Arbeitszeitmodelle setzen, dann sollte es keine Wahl mehr geben müssen zwischen Kindern und Karriere."



Quelle: univativ


#mehrGesellschaft
"Natürlich ist das Corona-Virus gefährlich! Wir haben es mit einer durchaus ernst zu nehmenden Infektionskrankheit zu tun", sagte Bhakdi
Foto: Engin Akyurt

Sucharit Bhakdi: "Natürlich ist das Corona-Virus gefährlich!"

Der hoch umstrittene Bestseller-Autor und Wissenschaftler Sucharit Bhakdi hat den Vorwurf zurückgewiesen, er sei ein Corona-Leugner. "Natürlich ist das Corona-Virus gefährlich! Wir haben es mit...
Bis September 81.100 Selbstständige Arbeit suchend gemeldet.
Foto: Leni und Tom

Zahl der Selbstständigen in Grundsicherungsbezug wegen Corona um 1000 Prozent angestiegen

Die Zahl der Selbstständigen, die aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich Grundsicherung beziehen mussten, ist seit dem Frühjahr massiv in die Höhe geschossen. Insgesamt haben sich in den...
Gassen, Streeck und der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hatten am Tag des Corona-Gipfels am vergangenen Mittwoch ein Positionspapier veröffentlicht, in dem vor neuen Verboten zur Pandemiebekämpfung gewarnt wurde.
Foto: NickyPe

Oberster Lungenarzt verurteilt Anti-Lockdown-Vorstoß und fordert Aufhebung von Personaluntergrenzen

Deutschlands Lungenärzte haben den Anti-Lockdown-Vorstoß von Kassenarztchef Andreas Gassen und dem Virologen Hendrik Streeck scharf verurteilt. "Die Position, die unautorisiert im Namen der Ärzte-...
Man kann Giffey vorhalten, dass sie nicht eher diesen Schritt gegangen ist.
Foto: SPD Berlin/ Joachim Gern / CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Der richtige Schritt

Ein blauer Fleck wird bleiben. Für eine Spitzenpolitikerin ist es nie schön, wenn ihr unsaubere Arbeit vorgehalten wird, und sei es in einer vor zehn Jahren erstellten Dissertation, als sie noch...
Die USA entwickeln sich also vom ehemaligen Partner (zugegeben: einem schwierigen) zum potenziellen Systemrivalen.
Foto: Library of Congress

Folgen der US-Wahl auf die Transatlantischen Beziehungen

Europa hat nach dieser US-Wahl ein Problem, egal wie sie am Ende ausgegangen sein wird. Regiert Donald Trump weitere vier Jahre, womit wir uns Stand Mittwochmittag ernsthaft beschäftigen müssen,...
Bislang erwerben Bundestagsabgeordnete - ohne wie Arbeitnehmer Beiträge zu zahlen - für jedes Jahr im Parlament einen Anspruch auf 2,5 Prozent der aktuellen Diäten (10.083,47 Euro) als Altersgeld.
Foto: Tobias Golla

51 Millionen Euro für Altersversorgung der Bundestagsabgeordneten

Die Ausgaben für die Altersversorgung ehemaliger Bundestagsabgeordneter und ihrer Hinterbliebenen sind stark gestiegen. Seit dem Jahr 2000 haben sie sich von 22,2 Millionen Euro auf 51,4 Millionen...
In den nächsten Tagen und Wochen gilt es, die Ursachen für das Ergebnis zu analysieren.
Foto: Clay Banks

Erst einmal tief Luft holen

Wie auch immer die Präsidentschaftswahl in den USA am Ende ausgehen wird, etwas steht jetzt schon fest: Wer in der Meinungsforschung beschäftigt ist, sollte einen Berufswechsel ins Auge fassen. Jede...
Back To Top