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An rund 75 Prozent der niedersächsischen Gymnasien bieten die Lehrer derzeit keine oder deutlich weniger Klassenfahrten an als früher. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des NDR Regionalmagazins "Hallo Niedersachsen" an den Gymnasien und Kooperativen Gesamtschulen. Die Redaktion hatte alle 295 Schulen angeschrieben, 114 antworteten.

Von den insgesamt 59 im Bußgeldkatalog aufgeführten Tatbeständen entsprächen auch bei großzügiger Auslegung nur noch neun Tatbestände den Regelungen der aktuellen Verordnung.
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Regieren per Verordnung

50 Schulen haben bis auf weiteres alle Klassen- und Kursfahrten gestrichen, Ausnahmen sind lediglich die Fahrten zu den Partnerschulen im Ausland und spezielle Musik- oder Sportfahrten. 36 Schulen bieten nur noch ein eingeschränktes Programm an. Die Lehrer fahren zum Beispiel weiterhin mit den fünften Klassen sowie mit den Leistungskursen, die Fahrten in der Mittelstufe fallen dagegen aus. An 28 Schulen haben sich die Lehrer entschieden, nach wie vor alle Klassenfahrten anzubieten. Auffällig ist dabei, dass viele dieser Schulen in privater oder kirchlicher Trägerschaft sind, auch Gesamtschulen sind in dieser Gruppe stark vertreten. Schulen, die alle Klassenfahrten gestrichen haben, sind dagegen eher Gymnasien in kommunaler Trägerschaft - und sie liegen tendenziell in den größeren Städten.

Bislang war unklar, an wie vielen Schulen im Land tatsächlich Klassenfahrten abgesagt wurden. Mit der NDR Umfrage liegen dazu erstmals konkrete Zahlen vor.

Auslöser des Klassenfahrtenboykotts war die Entscheidung der Landesregierung, dass Gymnasiallehrer von diesem Schuljahr an eine Stunde mehr unterrichten müssen. Für Ärger sorgte außerdem, dass bei älteren Lehrern die Pflichtstundenzahl nicht in dem Maß reduziert wurde, wie es zugesagt worden war. Die Frage, wie ein Protest gegen diese Änderungen aussehen könnte und ob man sich dem Klassenfahrten-Boykott anschließen sollte, hat viele Kollegien offenbar vor eine Zerreißprobe gestellt, auch das schreiben viele Schulen in ihren Antworten auf die NDR-Umfrage. Während einige Lehrer einen sofortigen Stopp der Klassenfahrten forderten, mahnten andere, den Konflikt mit der Landesregierung nicht auf dem Rücken der Schüler auszutragen. Letztendlich entscheidet an den Schulen der Personalrat, die Vertretung der Lehrer, ob Klassenfahrten stattfinden oder nicht. Viele Schulen haben allerdings Schüler- und Elternvertreter in den Entscheidungsprozess eingebunden und so einen Weg gefunden, den alle Seiten mittragen.

Am morgigen Mittwoch, 14. Januar, protestieren Schüler in Hannover erneut gegen den Wegfall von Klassenfahrten. Sie fordern von der Landesregierung und den Lehrern, sich zusammenzusetzen und eine Lösung zu finden. Nach Angaben der Veranstalter haben sich rund 5000 Schüler für die Demonstration am Vormittag angemeldet.

Ausführliche Informationen unter ndr.de/niedersachsen.

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