Unerkannte Infektionsherde wären gerade in Schulen fatal.
Unerkannte Infektionsherde wären gerade in Schulen fatal. Foto: Annie Spratt
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Die Bänder in der Autoindustrie laufen wieder, in der Bundesliga rollt der Ball: Wo es handfeste wirtschaftliche Interessen gibt, finden sich Wege aus der Corona-Krise. Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt. Im Zentrum steht der unbedingte Wille, Gesundheitsschutz und wirtschaftliche Interessen unter einen Hut zu bringen. Klare Prioritäten sind auch beim Thema Bildung nötig, damit es nach den Sommerferien in den Schulen wieder richtig losgehen kann.

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Foto: 272447 / CC0 (via Pixabay)

Ein Truppenabzug als Rohrkrepierer

Das Ziel ist die Rückkehr aller Schüler zum vollständigen Präsenzunterricht. Kinder und Jugendliche haben nicht nur ein Recht auf Bildung, sie brauchen auch die Strukturen, die ein geregelter Schulalltag bietet. In den kommenden drei Monaten müssen dafür die Weichen gestellt werden. Das ist nicht einfach - aber jede Anstrengung Wert. Dass häusliches Lernen nur begrenzt funktioniert, ist deutlich geworden. Mal fehlt fürs Homeschooling die technische Ausstattung, mal gibt es Probleme mit digitalen Lehr- und Lernmethoden. Dazu kommen Reibereien innerhalb der Familie - und das nicht nur in bildungsfernen Elternhäusern. Eltern können nicht im Homeoffice arbeiten, wenn sie zugleich ihre Kinder zum Lernen anleiten sollen. Ins Büro können sie auch nicht, wenn der Nachwuchs nicht in die Schule darf.

Für Kinder und Jugendliche ist der Lernverlust enorm: Eine ganze Generation wird fast ein halbes Schuljahr verpassen. Ein Bildungsdefizit, das einen Wohlstandsverlust von "mindestens 110 Milliarden Euro" bedeutet, wie Malte Rieth vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung schätzt. Es geht aber um sehr viel mehr als die Bezifferung des Wissensverlusts. Kinder und Jugendliche brauchen den sozialen Austausch, der mit dem Besuch des Unterrichts verbunden ist. Lernen muss man lernen - und man kann es verlernen. Im Homeschooling bekommen Schüler zwar Aufgaben - oft mehr als in einer normalen Schulwoche zu schaffen ist. Aber sie sind damit ziemlich allein. Das mag fürs Wiederholen noch gehen, sich neue Lerninhalte anzueignen ist aber höchstens für ältere Schüler machbar. Dazu kommt, dass Fernunterricht ohne Benotung wie ein zahnloser Tiger daherkommt. Eine Lernoption ist keine Pflicht. Wir erinnern uns alle: Nur sehr motivierte Schüler machen mehr als sie müssen.

Dabei hat Corona auch positive Lern-Effekte. Es gab - auch in der Region - Schulen, die quasi nahtlos auf digitalen Unterricht umgestellt haben so wie die Realschule Abensberg, um nur ein Beispiel zu nennen. Doch das sind Ausnahmen, nicht die Regel. Die Internet-Lernplattform Mebis kämpft noch immer mit Überlastung. Corona hat gezeigt, dass Bayerns Schulen noch weit davon entfernt sind, guten Präsenzunterricht durch digitale Methoden ersetzen zu können. Für das neue Schuljahr bedeutet das vor allem eines: Lernen muss trotz Corona in den Schulen organisiert werden. Nur: Wie soll das gehen?

Da noch unklar ist, wann ein Impfstoff zur Verfügung steht, gibt es keine Alternative dazu, unter den gegebenen Umständen Mittel und Wege zu finden. Die Infektionszahlen entwickelt sich ermutigend und von wissenschaftlicher Seite gibt es Ideen, wie ein geregelter Schulbetrieb zu schaffen sein kann. So gilt es sogenannte Superspreader-Ereignisse zu verhindern - also, dass einer oder wenige Infizierte viele weitere Menschen anstecken. Feste, getrennte Gruppen und Klassen, die sich nicht durchmischen, sowie regelmäßige Tests von Lehrern und Schülern sind dabei wichtige Ansätze. Unerkannte Infektionsherde wären gerade in Schulen fatal. Corona-Fälle wird es dennoch geben. Wichtig ist, dass dann nicht die ganze Einrichtung geschlossen werden muss. Solche Szenarien müssen durchdacht und Lösungen gefunden werden. Ja, es gibt viel zu tun. Doch die zuständigen Behörden müssen diese Aufgabe entschlossen anpacken. Lehrer, Schulleiter, Schüler und Eltern brauchen Klarheit und eine Perspektive.

Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung
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