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Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer pocht auf finanzielle Anerkennung der "enormen Ausbildungsleistung" seiner Branche. "Ich wünsche mir, Betriebe bei den Sozialabgaben zu entlasten. Für Azubis muss bei der Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung dasselbe wie für Studenten gelten", sagte Wollseifer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Studenten dürften bis zum 25. Lebensjahr auf dem Ticket ihrer Eltern kranken- und pflegeversichert sein. "Warum steht das Auszubildenden eigentlich nicht zu?", fragte der Handwerkspräsident. Er wies darauf hin, dass bei der Unfallversicherung die Länder die Kosten für Studenten tragen, aus Steuermitteln. "Für Lehrlinge sollten die Länder das auch bezahlen, so wie sie es für Studenten tun", sagte Wollseifer. Mit solchen Entlastungen könnte die Politik ein wertschätzendes Signal geben. "Bisher hat sich nichts getan, aber wir bleiben hartnäckig am Ball", erklärte er.

Laut Wollseifer investiert ein Betrieb durchschnittlich bei einer dreijährigen Lehre rund 16.500 Euro in die Ausbildung eines jungen Menschen. "Das ist eine starke Leistung", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Insgesamt waren 2018 im Handwerk 368.033 Lehrlinge in Ausbildung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge lag 2018 bei 140.579. Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

Nicht nur Bäcker und Maurer tun sich schwer, Nachwuchs zu finden. Gute Leute werden oft abgeworben nach der Ausbildung. Schon Anfang Juni hatte Wollseifer mit der Forderung nach finanzieller Wertschätzung der Ausbildungsleistung von Handwerksbetrieben eine Diskussion um "Ablösesummen" für Lehrlinge ausgelöst. "Von Ablösesumme habe ich nicht gesprochen, vielmehr für eine Entschädigung und Entlastung plädiert", sagte dazu Wollseifer. "Es kann doch nicht sein, dass 28 Prozent aller Azubis in Deutschland im Handwerk ausgebildet werden und wir der Ausbilder der Nation sind, aber andere daraus Nutzen ziehen und das alles als Selbstverständlichkeit genommen wird", hob er hervor. Das verdiene Wertschätzung. "Und die kann sich nicht allein in warmen Worten ausdrücken, sondern sollte auch finanziell spürbar werden."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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