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Der Anteil der Zuwanderer, die die Deutschtests im Rahmen von Integrationskursen nicht erfolgreich beenden, ist in den Jahren 2016 bis 2018 kontinuierlich auf inzwischen mehr als die Hälfte gestiegen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) unter Berufung auf Zahlen des Bundesinnenministeriums.

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Konkret gab es im Jahr 2016 gut 148.170 erstmalige Teilnehmer der Kurse. Von diesen erreichten 55.982 Personen (37,8 Prozent) nicht das angestrebte Kenntnisniveau B1, teilte das Ministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion mit, die der NOZ vorliegt. 2017 gab es demnach 238.807 Erst-Teilnehmende, von denen 115.432 unter dem Zielniveau blieben (48,3 Prozent). 2018 waren es 172.471 Teilnehmer, von denen 88.867 das Niveau B1 nicht erreichten. Das waren 51,5 Prozent.

Ein Abschluss mit B1-Niveau wird unter aufenthaltsrechtlichen Gesichtspunkten als erfolgreiche Teilnahme gewertet, sagte ein Ministeriumssprecher auf NOZ-Nachfrage.

Die Quote derjenigen, die zur Teilnahme verpflichtet sind und das Kursziel nicht schafften, lag dabei 2018 deutlich höher als bei den freiwilligen Teilnehmern, die es in diesen Kursen ebenfalls gibt. Ihre Teilnahme verbessert die Gesamtquote daher. Von den 113.727 Pflichtteilnehmern erreichten 65.320 das Niveau B1 nicht, ein Anteil von 57,4 Prozent. Bei den Freiwilligen beendeten 23.547 den Kurs ohne Erreichen von B1-Niveau, was 40,1 Prozent entspricht.

Auch bei denjenigen, die die Kurse wiederholen, erreichte ein erhöhter Anteil der Teilnehmer das angestrebte B1-Ziel nicht. 2016 lag er laut Innenministerium bei 63,2 Prozent. 2017 schafften es 65,7 Prozent nicht. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil auf 74,7 Prozent, weil 70.218 von 93.945 Wiederholern unter dem Zielniveau blieben oder komplett scheiterten, geht aus den Tabellen des Ministeriums hervor.

Die Veröffentlichung vorläufiger Zahlen mit diesen Trends hatte zu Monatsbeginn zu einer Debatte geführt, inwieweit die Aussagen korrekt waren, die seinerzeit ebenfalls auf eine Anfrage der AfD zurückgingen. Die nun vorliegenden, finalen Daten des Ministeriums bestätigen die damaligen Angaben.

Allerdings fällt nicht jeder Teilnehmer, der den Kurs nicht mit B1 beendet, automatisch bei der Prüfung durch. Einige treten diese gar nicht erst an, und viele erreichen zumindest das niedrigere Niveau A2. So verwies das Bundesinnenministerium gegenüber unserer Redaktion darauf, dass zwar der Anteil derjenigen, die B1 erreichten, gesunken, aber zugleich der Anteil der Zuwanderer, die das Niveau A2 schafften, gestiegen sei.

Allerdings ist auch die Gesamtquote von Abschlüssen mit B1- und A2-Niveau rückläufig. 2016 lag diese bei 94,1 Prozent, 2017 bei 92,5 Prozent und in den drei ersten Quartalen 2018 bei 91,9 Prozent, wie das Ministerium auf NOZ-Anfrage mitteilte.

Mit Blick auf das Bildungsniveau einer Vielzahl an Teilnehmenden, denen teilweise sogar eine Grundschulbildung fehle, sei ein Abschluss mit A2 ein "beachtlicher Erfolg", sagte ein Ministeriumssprecher. B1 bedeutet, dass bei klarer Sprache Hauptpunkte von Aussagen verstanden werden. Bei A2 können Personen häufig gebrauchte Ausdrücke und Sätze verstehen und sich in einfachen Situationen verständigen.

Die Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach (Die Linke), die derzeit die Konferenz der Integrationsminister der Länder leitet, nannte die Ergebnisse der Tests und ihre Entwicklung "nicht zufriedenstellend". Die Ressortchefs wollten auf ihrer zweitägigen Konferenz, die an diesem Freitag zu Ende geht, über Verbesserungen sowohl bei der Qualität der Kurse als auch bei der Abstimmung zwischen Bundesamt für Migration (Bamf), Bund und Ländern beraten, kündigte ihre Behörde an.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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