#zeitfokus.

Samstag, 30 Mai 2020
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In Deutschland gibt es immer noch viele Menschen mit geringer Qualifikation – dabei ist die Bildung immer besser geworden. Der Hauptgrund: In den vergangenen Jahren sind viele Menschen ohne Berufsausbildung zugewandert. Für sie muss Deutschland seine Bildungsangebote weiter verbessern, denn das Land ist dringend auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen.

CentrO in Oberhausen
Foto: Anagoria / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Corona-Erlass ist die richtige Entscheidung

Geht es um Bildung, ist Deutschland gut aufgestellt: Immer mehr Menschen haben einen akademischen Abschluss. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft lag der Akademikeranteil bei den 30- bis 34 Jährigen im Jahr 2012 nur bei rund 23 Prozent, im vergangenen Jahr waren es fast 29 Prozent. Gleichzeitig gibt es aber immer noch viele Menschen ohne Berufsabschluss. In dieser Altersgruppe hatten im vergangenen Jahr rund 17 Prozent keinen Abschluss. Hier hat sich im Vergleich zu 2012 fast nichts getan.

Das liegt vor allem daran, dass sich die Zusammensetzung der Bevölkerung durch Zu- und Abwanderung verändert hat. So verzeichnete Deutschland in jedem Jahr zwischen 2013 und 2017 mehr als 400.000 Zuwanderer. Im Jahr 2015 kamen rund 1,14 Millionen Zuwanderer, mehr als je zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Ein bedeutender Teil der Zuwanderer hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Unter den erwachsenen Geflüchteten, die das Gesamtbild der Zuwanderung in den letzten Jahren stark geprägt haben, traf dies 2016 auf 84 Prozent zu. Gleichzeitig sind allerdings auch verstärkt Hochqualifizierte ins Land gekommen.

Deutschland ist auf die Zuwanderung angewiesen, vor allem wegen des demografischen Wandels. Spätestens wenn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge 1955 bis 1969 ins Rentenalter kommen, braucht das Land Arbeitskräfte aus dem Ausland, wenn es seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig sichern möchte. Es gibt jedoch nicht genug fertig ausgebildete Fachkräfte, die ihre Heimatländer vorübergehend oder dauerhaft verlassen, um in Deutschland zu arbeiten. Deshalb muss sich das deutsche Ausbildungssystem verstärkt für Personen aus dem Ausland öffnen. Ein erster Schritt wäre das Zuwanderungsgesetz, das die Bundesregierung noch in diesem Jahr verabschieden will und das unter anderem den Zugang zur betrieblichen Ausbildung für Personen aus Nicht-EU-Staaten erleichtern soll. Allerdings ist das nicht genug: Auch in der Bildung fehlt eine Infrastruktur für Zuwanderer. Hilfreich wären beispielsweise Strukturen, die Auszubildenden aus dem Ausland dabei helfen, die Sprache auch während der Ausbildung weiter zu vertiefen. Das würde auch die Integration ernleichtern. Viele Geflüchtete sind noch so jung, dass eine betriebliche Ausbildung der beste Weg ist und gleichzeitig langfristige Karriere- und Einkommensperspektiven bietet.



Quelle: IW Köln


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