Samstag, 15 Aug 2020
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Die Zahl der Auszubildenden in Deutschland sinkt weiter und liegt aktuell bei 1,34 Millionen, mit 516.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wurde im Jahr 2015 ein Negativrekord erzielt.

Die Bundesländer müssen endlich gemeinsame Standards festlegen, der Föderalismus macht oft träge.
Foto: BMVI.de / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Corona hat Bildungslandschaft "unvorbereitet" getroffen

Die Gründe hierfür liegen in rückläufigen Schülerzahlen aufgrund des fortschreitenden demografischen Wandels und der gleichzeitig zunehmenden Studierneigung der jungen Generation. Für die kleinen und mittleren Unternehmen ist die berufliche Ausbildung von Nachwuchs-Fachkräften jedoch überlebenswichtig. Wie eine Sonderauswertung des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt, gelingt es ihnen derzeit noch, sich gegen den Trend zu stemmen: Sie halten die Anzahl ihrer Auszubildenden seit fünf Jahren in etwa konstant bei 1,2 Millionen. Neun von zehn Nachwuchskräften hierzulande absolvieren damit ihre berufliche Ausbildung im Mittelstand.

"Die Ausbildungstätigkeit verlagert sich immer weiter in den Mittelstand", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Dort arbeiten gut zwei Drittel der Beschäftigten bundesweit, mittlerweile aber fast 90 % der Auszubildenden. Für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2016 rechnen wir allerdings mit einem leichten Rückgang der Azubis im Mittelstand."

Insgesamt bilden 13 % der mittelständischen Unternehmen in Deutschland aus. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Betrieb, desto seltener hat er Lehrlinge in seiner Belegschaft. Daher finden sich im Verarbeitenden Gewerbe, in dem häufiger größere Mittelständler vertreten sind als in anderen Branchen, besonders oft ausbildende Unternehmen (28 %). Allein das Handwerk durchbricht diese Größenabhängigkeit, die vielen kleinen Handwerksbetriebe in Deutschland sind weit überdurchschnittlich ausbildungsaktiv. Der Anteil ausbildender Unternehmen ist daher im Handwerk mit 24 % fast doppelt so hoch wie im restlichen Mittelstand.

Die hohen Zuwanderungszahlen lenken den Blick auf den so genannten "Übergangsbereich", der durch berufsvorbereitende Maßnahmen oder nachgeholte Schulabschlüsse die Chancen junger Menschen ohne Ausbildungsplatz verbessern soll: Erstmals seit zehn Jahren weist die amtliche Statistik in 2015 einen Anstieg der Neuzugänge im Übergangsbereich aus - und zwar um 7 % ggü. dem Vorjahr auf 271.000.

Schließlich benötigen viele junge Flüchtlinge eine intensive Berufsvorbereitung in Verbindung mit Sprach- und Integrationsunterricht.

"Die Integration von Flüchtlingen zählt aktuell zu den zentralen Herausforderungen des Berufsbildungssystems in Deutschland", sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner. "Selten gab es einen besseren Anlass, den Übergangsbereich als wichtige Brücke zwischen Schule und Ausbildung zu stärken."



Quelle: ots/KfW


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