Foto: Lukas Moos / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  266 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Es mag gute Gründe dafür geben, dass Bildungspolitiker und Fachleute genau hinsehen, wenn der Bund ein Zentralabitur einführen möchte, wie er das schon 2007 wollte: Je nach Regierungsfarben werden dem einen dann die falschen Prioritäten gesetzt, andere finden, dass mit einem bundesweit einheitlichen Standard fast immer der niedrigste manifestiert wird. Und dann gibt es natürlich das Stöhnen der Länder: Alles ganz speziell bei uns, uneinheitliche Fächer, andere Traditionen und überhaupt (dann unausgesprochen): Warum sollten wir eigentlich eines der letzten uns verbliebenen politischen Hoheitsrechte im Land aufgeben? Das hat dann auch etwas mit der Angst vor politischer Selbstverzwergung und Bedeutungslosigkeit zu tun.

Bernd Althusmann hält eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen auf den Unterricht für denkbar.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Althusmann hält Maske im Schulunterricht für "keinesfalls ausgeschlossen"

Wenn man ehrlich ist, sind das aber alles Argumente, die an der Sache nicht sonderlich viel Interesse zeigen. In der geht es nämlich darum, eine Vergleichbarkeit von Schülerleistungen zu erreichen, die deren weiteren Lebensweg zu fairen Bedingungen initiiert. Dann, wenn es um die Aufnahme an Universitäten geht, an denen sich aus aller Herren Länder Schülerinnen und Schüler um die gleichen Studienplätze bewerben. Oder dann, wenn Lieschen Müller aus Duisburg in Nordrhein-Westfalen nach Traunstein in Bayern umzieht und zu völlig anderen Bedingungen ins Abitur geführt wird, als ihr das in der Heimat begegnet war.

Und zuletzt: Warum sollten wir uns bei der Vereinheitlichung denn tatsächlich immer auf dem untersten Niveau treffen? Das würde viel unwahrscheinlicher, wenn das Zentralabitur nicht ein kläglicher Kompromiss aus politischem Kuhhandel und politisch niederer Besitzstandswahrung wäre, sondern ein sinnvolles Curriculum von Experten und Fachleuten, die sich aus Abhängigkeiten befreien und die höchste Bildung im Sinn haben. Ob der dann am Ende Nationaler Bildungsrat heißen muss, sei dahingestellt.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
#mehrGesellschaft
Der Sozialverbands-Präsident wirft der Bundesregierung vor, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass ärmere Menschen stärker von der Pandemie betroffen sind.
Foto: Jordan Whitt

Mitte der Gesellschaft rutscht in Armut ab

Kurz vor der Vorstellung des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hat der Sozialverband Deutschland vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich gewarnt. "In den...
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Back To Top