Foto: Alexas_Fotos / CC0 via Pixabay
 1-2 Minuten Lesezeit  397 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Der Wissenschaftsrat fordert mehr Weiterbildungsmöglichkeiten an Hochschulen. Nur so gibt es künftig genug qualifizierte Fachkräfte, sagen die Experten, die Bund und Länder in Hochschulfragen beraten. Das Problem: Das EU-Beihilferecht hindert die Hochschulen daran, Weiterbildung kostenfrei anzubieten – und nicht jeder kann sich die hohen Gebühren leisten.

Im Gastgewerbe gibt es große Unsicherheiten bezüglich der im Zuge der Lockdown-Entscheidung von Bund und Ländern zugesagten Finanzhilfen.
Foto: planet_fox

Außerhaus-Umsatz von Gastronomen soll nicht auf Coronahilfe angerechnet werden

Bislang bieten Hochschulen den Berufstätigen kaum etwas: Gerade einmal zwölf Prozent der fast 20.000 Studiengänge in Deutschland lassen sich flexibel in den Abendstunden oder am Wochenende absolvieren. Und nur fünf Prozent der Studiengänge sind explizit auf Weiterbildung angelegt. Schuld daran ist vor allem das Finanzierungsdilemma der Hochschulen: Nach dem EU-Beihilferecht gilt Weiterbildung als wirtschaftliche Tätigkeit. Hochschulen dürfen diese Studiengänge deshalb nicht aus ihrem Budget finanzieren, sondern müssen sie – um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden – auf Vollkostenbasis anbieten. Im weiterbildenden Masterstudium müssen Studenten deshalb zum Teil hohe Gebühren zahlen.

Das stärkt den Anreiz, direkt nach dem Bachelor weiter zu studieren – gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach weiterbildenden Studiengängen. Ohne ausreichende Nachfrage geht aber kaum eine Hochschule das Risiko ein, einen Studiengang auf Vollkostenbasis zu entwickeln. Um das weiterbildende Bachelorstudium steht es nicht viel besser.

Für dieses Finanzierungsdilemma gibt es keine einfache Lösung. Der Wissenschaftsrat plädiert deshalb für drei Ansätze: Erstens sollen Hochschulen weiterbildende Studiengänge und Zertifikatskurse auch weiterhin kostendeckend anbieten. Entwicklungskosten sollen sie aus ihrem staatlichen Budget finanzieren dürfen. Zweitens sollen die Hochschulen in Absprache mit den Landesministerien Studiengänge, für die es zwar öffentliches Interesse, aber wenig zahlungskräftige Nachfrage gibt, günstiger anbieten dürfen. Notfalls sollen die Länder Geld beisteuern. Drittens sollen die Hochschulen für berufsbegleitende Erststudiengänge moderate Servicegebühren für Beratung und Betreuung verlangen dürfen. Die Länder sollen derweil prüfen, inwiefern sich weiterbildende Bachelorstudiengänge einrichten lassen.

Diese Reformen würden allerdings das Kernproblem nicht lösen: Auch künftig würden viele Studenten lieber nach dem Bachelor im kostlosen Masterstudiengang weiterstudieren, schließlich wäre der weiterbildende Master immer noch teuer. "Fair wäre es deshalb, wenn für alle Studienangeboten Gebühren erhoben würden, unabhängig davon, ob jemand schon einige Jahre gearbeitet hat oder nicht", sagt IW-Hochschulexpertin Christiane Konegen-Grenier. Gebühren im Erststudium lehnt der Wissenschaftsrat aber explizit ab. "Selbst bei moderaten Studiengebühren von 1.000 Euro pro Jahr stünden bundesweit über zweieinhalb Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung", sagt Konegen-Grenier. Damit ließe sich nicht nur zusätzliches Personal für das Erststudium finanzieren, sondern auch die Weiterbildung. Zudem könnte der Staat die Weiterbildung vorantreiben, indem er die Altersgrenzen für zinsgünstige Studienkredite erweitert.

Downlad Report: IW Report 2019 Wissenschaftliche Weiterbildung



Quelle: IW Köln


#mehrGesellschaft
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Back To Top