Samstag, 05 Dez 2020
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Seit dem 1. Juli 2007 sind bis 30. September 2015 in Deutschland 371 Bäder geschlossen worden. Weitere 670 Bäder sind akut von der Schließung bedroht. Im gleichen Zeitraum wurden nur 21 Bäder neu gebaut und 90 saniert. Diese Zahlen gab jetzt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf bekannt.

DKG-Präsident Gerald Gaß fordert zusätzlich einen sofortigen finanziellen "Schutzschirm für alle Krankenhäuser".
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DGB fordert angesichts der Corona-Krise deutlich mehr Geld für Krankenhäuser

In den vergangenen acht Jahren wurden im Durchschnitt 46 Bäder pro Jahr geschlossen. Besonders hart traf es die Hallenbäder. Von den 371 Bäderschließungen waren 223 Hallenbäder, die die Träger der allgemeinen Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, des Schulschwimmens und des leistungsorientierten Schwimmens, des Sporttauchens und anderer Wassersportarten sind. Von den 7.784 Bädern, die die Sportstättenstatistik in Jahr 2002 ausgewiesen hat, sind aktuell 13% geschlossen worden oder von der Schließung akut bedroht. "Die Ausdünnung der Bäderlandschaft muss endlich aufhören", richtet DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje einen Appell an Städte und Gemeinden, finanzpolitisch umzudenken und auch über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Besonders problematisch stelle sich die Situation in den ländlichen Regionen dar.

Von dem Abbau sind neben den Hallenbädern auch 89 Freibäder, 23 Lehrschwimmbecken, vier Kombibäder, zehn Spaßbäder sowie je zwei Naturfreibäder und Thermen geschlossen worden. Akut von der Schließung bedroht sind zudem 291 Freibäder, 255 Hallenbäder, 51 Lehrschwimmbecken, 19 Spaß- und 20 Kombibäder. Vor diesem Hintergrund begrüßt die DLRG das Sanierungsprogramm für kommunale Einrichtungen des Bundesbauministeriums, bis zum Jahr 2018 insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Hatje: "Städte und Gemeinden müssen nun ihre Anträge auf Fördermittel stellen, denn auch Bäder gehören zu den kommunalen Einrichtungen." Bis zum 13. November haben sie Zeit. Auch wenn dies lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Diese ausschließlich vom Sparzwang geleitete Politik zeige mittlerweile verheerende Auswirkungen. Die Zahl der schwimmfähigen Grundschulabgänger geht stetig zurück.

"50% sind keine sicheren Schwimmer mehr, 25% der Grundschulen haben gar keinen Zugang mehr zu einer Schwimmhalle und die Wartezeiten auf einen Platz im Schwimmkurs bei privaten Ausbildungsorganisationen wie der DLRG dauert zwischen ein und zwei Jahren. In ländlichen Regionen ist die Lage besonders problematisch", skizziert der DLRG-Präsident die aktuelle Lage. "Die Daseinsvorsorge ist neben der Sicherheit der Bürger eine originäre staatliche Aufgabe. Diese müssen wir gemeinsam einfordern und Bund, Länder und Kommunen in die Pflicht nehmen", zeigt sich Hatje kämpferisch. Die Medienberichte machen deutlich, dass sich die Bürger zunehmend gegen Schließungsabsichten zur Wehr setzen. Eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der DLRG zeigt, dass 87% der Bundesbürger das Bad wichtig oder sehr wichtig ist.

Die meisten Bäderschließungen gab es im untersuchten Zeitraum mit 102 in Nordrhein-Westfalen (NRW). 48 Bäder wurden in Bayern dicht gemacht, 46 in Hessen, 45 in Baden-Württemberg, 40 in Niedersachsen und 31 in Rheinland-Pfalz. Von der Schließung bedroht sind weiter 164 Bäder in NRW, 104 in Niedersachsen, 74 in Bayern, 70 in Baden-Württemberg, 62 in Hessen und 43 in Rheinland-Pfalz. In den neuen Bundesländern wurden 27 Badeanstalten seit 2007 dauerhaft geschlossen, weitere 81 Bäder sind bedroht.

Auch die das Schwimmen ausbildenden Vereine leiden unter den Bäderschließungen. Mehrere DLRG-Ortsgruppen haben sich in den vergangenen Jahren bereits aufgelöst und zahlreiche weitere leiden unter drastisch sinkenden Mitgliederzahlen, die ihre Existenz gefährden.



Quelle: ots / DLRG


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