Foto: Orin Zebest / Flickr (CC)
 2-3 Minuten Lesezeit  413 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Dortmund (ots) - Trotz eines umfassenden Verbots im Jahr 1993 sterben in Deutschland jährlich etwa 1500 Menschen an den Folgen von Asbest. Diese und weitere Zahlen und Fakten veröffentlichte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Nationalen Asbest-Profil für Deutschland. Jetzt liegt auch die deutsche Fassung vor. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen, informieren nationale Asbest-Profile über die Asbestsituation in den Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation.

Unter-den-Linden, Berlin, 3. Juni 1945
Foto: No 5 Army Film & Photographic Unit, Hewitt (Sgt) / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Die Grenzen der Befreiung

Asbest ist ein Naturstoff, der als "Mineral der tausend Möglichkeiten" seit mehr als 100 Jahren in industriellen und verbrauchernahen Bereichen häufig verwendet wurde. In Deutschland wurden Asbestprodukte bis zum Verbot vor allem im Baubereich genutzt.

Die Gesundheitsgefahren durch Asbest, denen vor allem Beschäftigte ausgesetzt waren, wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts erkannt. Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose ist seit 1942 in Deutschland offiziell als Berufskrankheit anerkannt. Aufgrund der langen Latenzzeit zwischen der Asbestbelastung am Arbeitsplatz und den gesundheitlichen Folgen verstarben im Jahr 2012 laut nationalem Asbest-Profil über 1.500 Menschen mit anerkannter Berufskrankheit durch asbesthaltige Stäube. Insgesamt starben zwischen 1994 und 2012 über 26.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Minerals. Die am häufigsten auftretenden Todesursachen sind asbestverursachte Mesotheliome (34 Prozent) sowie Lungen- und Kehlkopfkrebs (24 Prozent.

Aktuell sind immer noch über 35 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut, meist in Form von Asbestzement. Beim Abriss oder Umbau von Gebäuden können Asbestfasern und -staub freigesetzt werden. Von 2001 bis heute fiel rund vier Millionen Tonnen asbesthaltiger Müll an. Ende 2012 waren immer noch fast 89.000 Beschäftigte in Deutschland mit Asbestprodukten in Kontakt. Das Profil führt daher auch die aktuellen Regelungen zum Schutz der Beschäftigten auf. Ein Literaturverzeichnis schließt die Veröffentlichung ab.

"Nationales Asbest-Profil Deutschland"; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014; ISBN 978-3-88261-150-2; 71 Seiten. Eine Version im PDF-Format gibt es zum Herunterladen unter der Adresse www.baua.de/publikationen auf der BAuA-Internetseite.

Direkter Link: www.baua.de/dok/6549238

Alternativer Download

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.



Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin


#mehrGesellschaft
Wehe, man diskutiert öffentlich über die Kirchensteuer!

Kirche muss flexibler werden

Es ist die Urangst vieler Kirchenleute, das große "Bloß nicht darüber reden!": Wehe, man diskutiert öffentlich über die Kirchensteuer! Jedes Mal, wenn der Begriff irgendwo in den Medien fällt,...
Ein Opfer der Bombe in Hiroshima (7. August 1945)
Foto: Onuka, Masami

Kommentar zum Jahrestag von Hiroshima

Jeder Mensch hat nur ein Leben. Ein einziges. Und doch scheint sein Wert nicht zu zählen in den Augen von Menschen, die jeden Tag irgendwo entscheiden über fremde, namenlose Leben. Bei der kühlen...
Fleisch muss wieder etwas Besonderes werden, wertgeschätzt werden.
Foto: Piqsels CC0

Wer Fleisch isst, trägt Verantwortung

Genug geschimpft über Arbeitszustände in Fleischfabriken, Tierquälerei in Schweineställen und Super-Sparpreise fürs Rindergulasch: Wer jetzt nichts ändert, hat keine Ausreden mehr. Der...
Back To Top