Sonntag, 29 Nov 2020
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Jedes vierte bei amtlichen Kontrollen getestete Lebensmittel ist mit krebsverdächtigen Mineralölen belastet. Das ergibt eine Auswertung von Behördenmessungen für die Jahre 2011 bis 2015, die die Verbraucherorganisation foodwatch veröffentlicht hat.

Die geplante Smartphone-Anwendung "sagt nichts darüber aus, ob ein tatsächliches Infektionsrisiko besteht.
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Betroffen sind 128 von 446 untersuchten Produkten (28,7 Prozent), darunter größtenteils in Papier oder Karton verpackte Trocken-Lebensmittel wie Reis, Weizengrieß und Nudeln, aber auch Schokolade. Die in den Produkten gefundenen aromatischen Mineralöle können laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Krebs auslösen und das menschliche Erbgut verändern.

"Jetzt ist es raus: Die Behörden wissen seit Jahren von etlichen Lebensmitteln, die Krebs auslösen können. Doch die Bevölkerung wird weder gewarnt noch durch ein Gesetz geschützt. Für Bundesernährungsminister Christian Schmidt gibt es keine Ausreden mehr: Er muss die Hersteller verpflichten, ihre Produkte sauber zu halten", erklärte Johannes Heeg von foodwatch.

foodwatch hatte alle Bundesländer unter Berufung auf das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) nach den Ergebnissen von amtlichen Mineralöl-Tests gefragt. Die Behörden in Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gaben an, Untersuchungen durchgeführt zu haben. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel waren 34,5 Prozent der untersuchten 206 Produkte mit den potenziell krebserregenden und erbgutverändernden aromatischen Mineralölen (MOAH) belastet. In Niedersachsen waren es 28 von 194 Lebensmitteln. Ein besonders häufig verunreinigtes Produkt ist Weizengrieß: Mehr als jedes dritte war belastet. Für ein regelmäßig von Kindern verzehrtes Grundnahrungsmittel sind solche Befunde aus Sicht von foodwatch inakzeptabel. Eine vollständige Übersicht über Herstellernamen oder genaue Produkt-Bezeichnungen mit Chargennummern teilten die Behörden nicht mit. Unter den belasteten Produkten befinden sich jedoch "Gemelli"-Nudeln der Firma Barilla, Risotto-Reis von Uncle Ben’s und Weizengrieß von Edekas Eigenmarke "gut & günstig".

Mineralöle können auf unterschiedlichen Wegen in Lebensmittel gelangen. Eine wesentliche Quelle sind Altpapier-Verpackungen und Pappkartons, die bis zu 250 verschiedene Chemikalien enthalten und die zur Lagerung und zum Transport von Lebensmitteln verwendet werden. Aber auch in der Produktion verwendete Maschinenöle oder Abgase aus Industrie und Verkehr können Produkte verunreinigen.

Minister Christian Schmidt muss laut foodwatch dafür sorgen, dass keine krebsverdächtigen und erbgutschädigenden Mineralöle in Lebensmitteln enthalten sind. Hierfür sei eine Mineralölverordnung nötig, die Hersteller verpflichtet, sogenannte funktionelle Barrieren einzusetzen: Mit einem geeigneten Innenbeutel oder einer Beschichtung der Verpackung ließen sich Produkt und Verpackung voneinander trennen, sodass weder Mineralöle noch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien auf die Produkte übergehen können, so foodwatch. Zudem fordert die Verbraucherorganisation strikte Höchstwerte für Mineralöle in Lebensmitteln. Für die besonders kritischen aromatischen Mineralöle (MOAH) müsse eine Null-Toleranz gelten. Nur so würden die Hersteller dafür sorgen, dass auch aus anderen Quellen, wie Produktionsmaschinen und Transport-Umverpackungen, kein Mineralöl in Lebensmittel gelangt.



Quelle: foodwatch


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