Foto: Anna Schroll / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Was sich in Notaufnahmen hierzulande abspielt, ist in Teilen unwürdig und in Teilen unzumutbar - für Patienten wie für Ärzte und Pfleger: Hilflose alte Menschen, jammernde Kinder, aggressive Wartende und Krankenhauspersonal, das trotz Beschimpfungen am Limit arbeitet. Eine Reform der Notfallversorgung ist dringend notwendig.

Woidkes positiver Test zeigt aber auch, wie rasend schnell eine Infektion weite Kreise ziehen kann.
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Politiker als Risikogruppe

Der Ansatz von Gesundheitsminister Jens Spahn, Kliniken und Praxisärzte zusammenarbeiten zu lassen, ist so richtig wie alt. Es ist Zeit, dass er endlich umgesetzt wird. Freiwillig ist die Kooperation leider nur schleppend vorangekommen. Längst nicht alle Länder sind bei diesem Thema so weit wie Nordrhein-Westfalen.

Mit dem nun vorliegenden Gesetzentwurf ist eine echte Verzahnung möglich. Die Konfliktpunkte hat Spahn mit der Zusage für mehr Geld für Leistungen in der Notfallversorgung weitgehend ausgeräumt. Dass mit einer besseren Organisation und Versorgung der Menschen am anderen Ende auch Kosten eingespart werden können, wäre allerdings neu im deutschen Gesundheitssystem.

Inhaltlich wird die Bewährungsprobe der Reform darin bestehen, dass über die Notfallnummern tatsächlich mehr und richtig über den Gesundheitszustand von Patienten entschieden werden kann. Die Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Krankheitsbilder. Nur sehr erfahrene Fachkräfte werden am Telefon den Simulanten von einem Herzinfarkt-Patienten unterscheiden können, der nicht in der Lage ist, seine Symptome genau zu schildern.

Das Leitsystem für Patienten ist überdies nicht die letzte Baustelle in der Notfallversorgung. Unhaltbar sind auch die Verschiebebahnhöfe zwischen Kliniken und Pflegeheimen. Für die Pflegeheime wird es ein eigenes Konzept der Notfallversorgung geben müssen.



Quelle: ots/Rheinische Post
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