Donnerstag, 03 Dez 2020
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Düsseldorf/München (ots) - Deloittes "Global Healthcare Outlook - Common goals, competing priorities" zeigt die demografischen Herausforderungen der Gesundheitsbranche.

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Die Lebenserwartung wird bis 2018 weltweit auf 73,7 Jahre ansteigen, was eine höhere Nachfrage an medizinischer Versorgung mit sich bringt. Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung sind dann über 65 Jahre alt, in Westeuropa sogar über 20 Prozent. Die Behandlungsmethoden werden stetig verbessert. Ebola oder HIV stellen eine Herausforderung dar, dennoch bleiben Krebs und Herzkrankheiten als Folge von Bewegungsarmut und Fettleibigkeit häufigste Todesursache. Zehn Prozent der Todesfälle sind auf die Folgen von Tabakkonsum zurückzuführen. Regierungen spielen eine immer größere Rolle für den Gesundheitsbereich, da sie größtenteils die Ausgaben finanzieren und den Markt regulieren. Bei der Abdeckung mit Krankenhausbetten liegt Deutschland mit 7,3 pro 1.000 Einwohner vorne. Beim Personal herrscht in vielen Ländern Mangel und es werden dringend Ärzte und Pflegefachkräfte benötigt.

"Auch wenn Deutschland ein vergleichsweise gutes Gesundheitssystem und eine hohe Abdeckung mit medizinischem Personal und Krankenhäusern hat, müssen Konzepte entwickelt werden, die dies langfristig auch in ländlichen und strukturschwachen Regionen sicherstellen", erklärt Dr. Gregor-Konstantin Elbel, Partner und Leiter Life Sciences & Healthcare bei Deloitte.

Ärzte und Krankenschwestern gesucht

Für eine optimale medizinische Versorgung müssen Infrastruktur und der Nachwuchs bei Ärzten und Pflegepersonal gewährleistet werden. Dabei ist die Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften herausfordernd, auch wenn die Ärztezahl pro 1.000 Einwohner bis 2018 mit 1,8 weltweit konstant bleibt. Sowohl in Südafrika (0,6 Ärzte/1.000 Einwohner) als auch in Südostasien (Indonesien: 0,4/1.000) ist der Ärztemangel bereits heute akut. In Indien werden zusätzliche 1,5 Millionen Mediziner und 2,4 Millionen Krankenschwestern benötigt, um eine adäquate Versorgung sicherzustellen.

Medizinische Versorgung in Krankenhäusern

Die Abdeckung der medizinischen Versorgung variiert weltweit stark: In Westeuropa ist die Infrastruktur gut - in Deutschland ist die Anzahl von Krankenhausbetten mit 7,3 (2013) pro 1.000 Einwohner am höchsten. In Brasilien sind es hingegen nur 2,5 und in Mexiko nur 1,1 Betten. Indien müsste im kommenden Jahrzehnt 50 Milliarden Dollar investieren, um eine ausreichende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Derzeit gibt es lediglich ein Bett pro 1.050 Einwohner (=0,95/1.000).

LandKrankenhausbetten/1.000 EW*
Deutschland7,3
Frankreich6,3
UK2,9
USA2,9
Brasilien2,5
Mexiko1,1

*2013

Luxusgut medizinische Versorgung

Bis 2018 steigt die Zahl gut verdienender Haushalte weltweit um 30 Prozent, mehr als die Hälfte davon aus Asien. Das Bevölkerungswachstum und der steigende Reichtum tragen zu höheren Kosten für medizinische Leistungen bei. Es herrscht Angst vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft mit einer geringen (staatlichen) Basisversorgung und einer guten privaten Abdeckung für Besserverdiener. Bisher war die Versicherung häufig volumenbasiert, zukünftig wird sich dies jedoch hin zu einer stärkeren Leistungsorientierung verschieben. Es werden neue "Value-based Healthcare"-(VBC)Modelle entwickelt, unter anderem zur nutzenbasierten Vergütung von Krankenhäusern und Ärzten. In den USA erwarten Mediziner, dass die Hälfte ihrer Vergütung an das Behandlungsergebnis bzw. den Gesamtnutzen (Value) ihrer Leistung gekoppelt sein wird.

Verbesserte Behandlungsmethoden

Der demografische Wandel sorgt für eine höhere Nachfrage nach medizinischen Leistungen. Bessere Behandlungsmethoden bei Krebs sowie Herz- und Kreislauferkrankungen erhöhen die Lebenserwartung auf 73,7 Jahre (2013: 72,7 Jahre). Dennoch bleiben diese Krankheiten vor allem in Emerging Markets die häufigste Todesursache als Folge von Urbanisierung, einem bewegungsarmen Alltag und steigender Fettleibigkeit. Durch bessere Hygiene und breitere medizinische Versorgung gibt es in Entwicklungsländern eine geringere Kindersterberate und Infektionen werden weiter verringert. Ebola, HIV und resistente Tuberkuloseerkrankungen bleiben jedoch nach wie vor eine Gefahr. Bis 2020 werden voraussichtlich 7,5 Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum sterben, was zehn Prozent aller Todesfälle ausmacht.

"Regierungen sollten nicht nur durch geeignete Anreizsetzung Einfluss auf die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems und der Versorgungsstrukturen ausüben, sondern im Sinne eines integrierten Ansatzes auch die Prävention bei den Bürgern gezielt stärken, z.B. mit Kampagnen für einen gesunden Lifestyle", schließt Dr. Gregor-Konstantin Elbel.

Die komplette Studie finden Sie bei Deloitte zum Download.

Quelle: Deloitte


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