Samstag, 08 Aug 2020
Foto: Siwon Lee / CC0 (via Pixabay)
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Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, die Hygiene in Schlachthöfen zu verbessern. Hintergrund sind anhaltend hohe Nachweisraten von Darmbakterien auf Hähnchenfleischproben. Fraktionschef Anton Hofreiter sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von einem Skandal. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurde im vergangenen Jahr auf 47,8 Prozent der kontrollierten Hähnchenfleischproben das Campylobakter-Bakterium nachgewiesen. Der Erreger stammt aus dem Darm von Tieren und kann beim Menschen zu ansteckenden Durchfallerkrankungen führen. Ein Jahr zuvor waren 51,8 Prozent der Proben belastet.

Katja Kipping
Foto: Ferran Cornellà / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Kipping will mit "radikalem Pragmatismus" Kapitalismus überwinden

Das Bundeslandwirtschaftsministerium teilte der "NOZ" mit, die Regierung nehme die hohe Nachweisrate "sehr ernst". Die Anstrengungen gegen Campylobacter müssten "weiterhin intensiviert werden." Die Verunreinigung des Geflügelfleisches mit Darmbakterien gehe "häufig auf Mängel in der Schlachthygiene zurück". Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) wies darauf hin, dass Geflügelfleisch als natürliches Lebensmittel "niemals zu 100 Prozent keimfrei sein" könne. Die deutschen Schlachthöfe täten "alles dafür, ein Auftreten von Campylobacter-Keimen bestmöglich zu minimieren", so eine Verbandssprecherin.

ZDG und Ministerium betonten, dass von den Erregern keine unmittelbare Bedrohung für Konsumenten ausgehe, sofern sie sich an die übliche Küchenhygiene hielten: "Wenn Geflügelfleisch, wie üblich, im durcherhitzten Zustand verzehrt wird, besteht keine Gesundheitsgefahr", so das Agrarministerium. Zudem sollte der Kontakt von frischem Fleisch mit anderen Lebensmitteln vermieden werden. Das Robert-Koch-Institut verzeichnete im vergangenen Jahr fast 68.000 Campylobacter-Erkrankungen. Damit zählte der Erreger zu den am häufigsten registrierten Infektionen. Nur Grippe und Noro-Virus wurden häufiger nachgewiesen.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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