Mittwoch, 02 Dez 2020
Foto: BrookLorin / Pixabay (CC 0)
 2-3 Minuten Lesezeit  464 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Weltweit leidet fast jeder Zehnte unter Depressionen oder starken Angstzuständen, so das Ergebnis einer Untersuchung der World Health Organisation (WHO).

empty alt
Foto: j_bg / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Bitterer Nachgeschmack

Generaldirektorin Margaret Chan fordert bessere Behandlungsmöglichkeiten für die Betroffenen. Allen müsse medizinisch geholfen werden. Gegenwärtig werden, laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes, allerdings selbst in Deutschland nur etwa 6-9 Prozent der Betroffenen angemessen behandelt. Umso wichtiger ist es, möglichst früh eine geeignete Behandlung anzustoßen. Hierbei kann ein Test helfen. Dieser überprüft, welches Medikament sich hinsichtlich des Abbaus in der Leber für den einzelnen Patienten am besten eignet.

Im Jahr 2013 waren weltweit rund 615 Millionen Menschen von Depressionen oder starken Angstzuständen betroffen. Dies bedeutet gegenüber 1990 einen Anstieg um ca. 50 Prozent. Neben den persönlichen Auswirkungen für die Patienten, verursachen Depressionen wirtschaftliche Schäden in Höhe von 1.000 Milliarden US-Dollar jährlich, etwa durch Fehlzeiten im Job, Produktionsausfälle von Unternehmen und Unfälle der Mitarbeiter. Auch in Deutschland stellen Depressionen ein wachsendes Problem dar. Seit dem Jahr 2000 sind die Fehltage wegen Depressionen um fast 70 Prozent gestiegen. Gegenwärtig leiden 4 Millionen Deutsche unter der Erkrankung.

Früh und angemessen behandeln

Eine frühzeitig erkannte Depression lässt sich in der Regel gut therapieren. Bei mittelschwerer bis schwerer Ausprägung sollte eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten eingesetzt werden. Denn das seelische Leiden basiert auf einem gestörten Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn. Arzneimittel können dieses wieder ins Lot bringen - vorausgesetzt sie gelangen in der richtigen Konzentration an den Zielort und werden konsequent über längere Zeit eingenommen.

Der Abbau beeinflusst die Wirkung

Nicht alle Patienten sprechen gleichermaßen auf die verfügbaren Antidepressiva an. Bei etwa jedem Dritten bleibt die gewünschte Wirkung aus. Weitere 40 Prozent setzen die verordneten Medikamente bereits innerhalb der ersten Tage wieder ab, meist aufgrund von Nebenwirkungen. Ein Grund für unzureichendes Ansprechen auf Antidepressiva bzw. das Auftreten starker Nebenwirkungen sind kleine Unterschiede im Erbgut. Diese können den Abbau von Arzneimitteln in der Leber beeinflussen und dadurch zu einer zu hohen oder zu niedrigen Konzentrationen der Wirkstoffe führen.

Gezielte Medikamentenwahl

Bis vor kurzem ließ sich nicht voraussagen, welches Antidepressivum in welcher Dosis hinsichtlich des individuellen Abbau-Stoffwechsels geeignet ist. Ein einfacher Bluttest (STADA Diagnostik DNA Antidepressiva) hat dies geändert. Dieser kann in der Apotheke erworben und zum nächsten Besuch in der Praxis mitgebracht werden. Grundsätzlich ist jeder Arzt dazu berechtigt, den Test durchzuführen. Er entnimmt dafür eine Blutprobe und sendet sie an das Labor der humatrix AG. Dort wird die DNA des Patienten analysiert und überprüft, welcher der berücksichtigten Wirkstoffe sich in Abstimmung auf den Abbau-Stoffwechsel des einzelnen Patienten am besten eignet. Der Test umfasst 16 Substanzen, die bei Depressionen zu den am häufigsten verordneten in Deutschland zählen. Er gibt somit mehr Sicherheit in der Therapie und hilft, zeitintensive Fehlversuche mit Medikamenten zu vermeiden, die nicht oder nur schwach wirken, oder aber unnötige Nebenwirkungen hervorrufen.



Quelle: ots/Stada Arzneimittel


#mehrGesellschaft
Woidkes positiver Test zeigt aber auch, wie rasend schnell eine Infektion weite Kreise ziehen kann.
Foto: Adrian Fiedler / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Politiker als Risikogruppe

Politiker leben gefährlich in Zeiten der Pandemie. Da muss man nicht mal an Donald Trump und seine Super-Spreader-Events im Weißen Haus denken. Auch in Deutschland hat sich Covid-19 bereits in der...
Das Problem geht aber über Caffier hinaus. Sein Unwillen, auf die Frage zu antworten, steht sinnbildlich für die Verwilderung und autoritäre Entwicklung in weiten Teilen des Staatsapparates.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons

Keine Privatsache

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier ist auf einer Pressekonferenz der Frage ausgewichen, ob er eine Waffe bei einem Unterstützer der Gruppe "Nordkreuz" gekauft habe. Der...
Man kann Giffey vorhalten, dass sie nicht eher diesen Schritt gegangen ist.
Foto: SPD Berlin/ Joachim Gern / CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Der richtige Schritt

Ein blauer Fleck wird bleiben. Für eine Spitzenpolitikerin ist es nie schön, wenn ihr unsaubere Arbeit vorgehalten wird, und sei es in einer vor zehn Jahren erstellten Dissertation, als sie noch...
Diese groteske Kombination von Corona und Terror ist auch eine ebenso Metapher auf unsere Zeit.
Foto: Aneta Pawlik

Der unverwüstlich-sture Geist von Wien

Für einen Novemberabend war es am Montag in Wien absurd warm mit knapp unter zwanzig Grad. Zugleich waren es die allerletzten Stunden vor dem neuerlichen Lockdown, der um Mitternacht beginnen...
Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat bereits 170 seiner Produkte auf die Nutri-Score-Kennzeichnung umgestellt.
Foto: The RedBurn / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Viele Lebensmittelhersteller wollen den Nutri-Score verwenden

Viele Lebensmittelhersteller planen, den Nutri-Score auf ihre Packungen zu drucken. Bereits Anfang Oktober haben sich 56 Unternehmen für die neue Nährwertkennzeichnung registrieren lassen, teilte...
"Natürlich ist das Corona-Virus gefährlich! Wir haben es mit einer durchaus ernst zu nehmenden Infektionskrankheit zu tun", sagte Bhakdi
Foto: Engin Akyurt

Sucharit Bhakdi: "Natürlich ist das Corona-Virus gefährlich!"

Der hoch umstrittene Bestseller-Autor und Wissenschaftler Sucharit Bhakdi hat den Vorwurf zurückgewiesen, er sei ein Corona-Leugner. "Natürlich ist das Corona-Virus gefährlich! Wir haben es mit...
Gassen, Streeck und der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hatten am Tag des Corona-Gipfels am vergangenen Mittwoch ein Positionspapier veröffentlicht, in dem vor neuen Verboten zur Pandemiebekämpfung gewarnt wurde.
Foto: NickyPe

Oberster Lungenarzt verurteilt Anti-Lockdown-Vorstoß und fordert Aufhebung von Personaluntergrenzen

Deutschlands Lungenärzte haben den Anti-Lockdown-Vorstoß von Kassenarztchef Andreas Gassen und dem Virologen Hendrik Streeck scharf verurteilt. "Die Position, die unautorisiert im Namen der Ärzte-...
Back To Top