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Berlin, 24. März 2015. Die Bundesregierung will eine "Aufklärungskampagne" über die Risiken von Energy Drinks starten, lehnt weitere Maßnahmen wie eine Altersgrenze für die Getränke jedoch bislang ab.

Wirecard ist zum Zockerpapier verkommen, das mit solider Anlage nichts mehr zu tun hat.
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Neue DAX-Regeln - Nur ein erster Schritt

Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort des Ernährungsministeriums vom 19. März 2015 auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der Verbraucherorganisation foodwatch vorliegt. Seine Ablehnung weitergehender Maßnahmen begründete das Ministerium allerdings mit falschen Zahlen: Es verkleinerte die Zahl der Risiko-Konsumenten auf die Hälfte.

Energy-Drinks hätten "so gut wie keine statistische Bedeutung" für die Koffeinaufnahme von Kindern und Jugendlichen, heißt es in der Antwort. Der Anteil der Jugendlichen, die die von Behörden empfohlene Höchstdosis an Koffein durch den Verzehr von Energy Drinks überschritten, liege bei acht Prozent, schrieb die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) unter Berufung auf eine Stellungnahme der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Tatsächlich ist die Risikogruppe gemäß EFSA-Stellungnahme mit 16 Prozent der Jugendlichen doppelt so groß. Bei den vom Ministerium genannten 8 Prozent handelt es sich lediglich um diejenigen Jugendlichen, die die Höchstmenge beim Sport überschreiten. Hinzu kommt, dass die Höchstmengen-Empfehlung der EFSA für Erwachsene gilt - für Kinder und Jugendliche gibt es bislang überhaupt keine offiziellen Werte.

"Das Ministerium hat nicht nur gegenüber dem Bundestag nachweislich falsche Angaben gemacht, sondern will offenbar auch gegenüber der Öffentlichkeit das Risiko Energy Drinks kleinreden - das ist inakzeptabel", kritisierte Oliver Huizinga von foodwatch. "Ein Problem verschwindet nicht einfach, wenn man es künstlich kleinrechnet." foodwatch hat Staatssekretärin Maria Flachsbarth aufgefordert, die falschen Angaben unverzüglich richtigzustellen. Angesichts der bekannten gesundheitlichen Risiken forderte foodwatch erneut eine Altersgrenze für Energy Drinks ab 18 Jahren.

Energy Drinks werden mit Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Nierenversagen und sogar Todesfällen in Verbindung gebracht. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten im Oktober 2014 eine Studie zu den Gesundheitsrisiken veröffentlicht und ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche ausdrücklich empfohlen. Der EFSA-Studie zufolge konsumiert fast jeder dritte Erwachsene Energydrinks. Durch den süßen Geschmack und das gezielte Marketing sind die Produkte - anders als etwa der ebenfalls stark koffeinhaltige Kaffee - gerade bei Kindern und Jugendlichen beliebt: 68 Prozent der Teenager greifen zu den Getränken.

In der noch unveröffentlichten gesamten Antwort auf die Kleine Anfrage der Grünen (Bundestagsdrucksache 18/4237 - Kleine Anfrage) argumentiert das Bundesernährungsministerium nach Auffassung von foodwatch höchst fragwürdig. Zu den Energy-Shots - einer besonders hoch konzentrierten Form der Energy Drinks - gibt es an, dass der Bundesregierung "keine genauen Daten" über die am deutschen Markt erhältlichen Produkte vorlägen. Richtig ist jedoch, dass Energy Shots lebensmittelrechtlich als Nahrungsergänzungsmittel gelten und solche Produkte gegenüber den Behörden angezeigt werden müssen. Das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte Energy Shots bereits 2009 als "nicht sicher" eingestuft, politische Maßnahmen lehnte die Bundesregierung bislang jedoch ab. foodwatch spricht sich bei den Shots für ein Verkaufsverbot aus.

Redaktioneller Hinweis:

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion
Entwurf der EFSA-Stellungnahme
Studie von WHO-Experten



Quelle: foodwatch


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