Foto: ZahidJavali / pixabay (CC)
 1-2 Minuten Lesezeit  314 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Berlin (ots) - 14. Oktober 2015 - Die von der Bundesregierung geplante Zusammenführung der Ausbildungsgänge Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Kinderkrankenpflege bedeutet für die Krankenhäuser nahezu eine Verdoppelung ihrer Ausbildungsverpflichtungen: Künftig werden sie statt für 74.000 für 135.000 Menschen eine gute Ausbildung gewährleisten müssen.

Der größte Coup, den kein Analyst auf dem Schirm hatte, ist die befristete Senkung der Mehrwertsteuer.
Foto: Free-Photos / CC0 (via Pixabay)

Ein großer Wurf mit Fragezeichen

Die Ergebnisse des neuen Picker Reports 2015 zeigen, dass das nicht gelingen kann: Über 50 Prozent der Krankenpflegekräfte im Krankenhaus beklagen nach der Untersuchung schon jetzt eine unzureichende Organisation. Mehr als ein Viertel gibt an, dass aktuelle Informationen über Patienten schwierig zu erhalten seien. Ein gutes Drittel stellt fest, dass zu selten Zeit für Ängste, Befürchtungen und andere Anliegen von Patienten da ist. Die Ergebnisse lassen für eine generalistische Ausbildung und die Krankenhäuser nichts Gutes befürchten. Für das Bündnis für Altenpflege, das sich für den Erhalt der spezifischen Pflegeberufe einsetzt, wird deutlich: "Der komplette Systemwechsel bei den Pflegeberufen ist inhaltlich und strukturell auf seine Auswirkungen und Risiken hin nicht überprüft worden", so Peter Dürrmann, der Sprecher des Bündnisses.

Auch die Kinder- und Jugendärzte sprechen sich gegen die generalistische Ausbildung aus. Sie haben Sorge, dass diejenigen jungen Menschen, die sich speziell für die Kinderkrankenpflege interessieren, nicht mehr zur Ausbildung antreten, weil sie befürchten, überall eingesetzt zu werden. Dagegen sind die Kinderkrankenschwestern und -pfleger nach ihrer dreijährigen Ausbildung heute hoch spezialisiert, was sie, zum Bespiel in der Versorgung von Frühchen, auch sein müssen, heißt es in der Online-Ausgabe der "Ärztezeitung" vom 6. Oktober 2015.

"Im Ergebnis werden generalistische Pflegekräfte also für alle betroffenen Bereiche schlechter ausgebildet sein", prognostiziert Dürrmann. "Die Generalistik wird so auch nichts zur erhofften Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes beitragen. Im Gegenteil: Schon während der komplexeren Ausbildung werden Überforderungssituationen zu einer erhöhten Abbrecherquote führen. Und wir werden feststellen müssen, dass sich viele junge Menschen - im Gegensatz zu heute - von vornherein gegen eine Pflegeausbildung entscheiden, die ihnen den direkten Weg in die Alten- oder Kinderkrankenpflege versperrt", so Dürrmann abschließend.



Quelle: bpa


#mehrGesellschaft
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Back To Top