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Deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen ihre gesundheitlichen Risiken ziemlich realistisch ein. Rauchen, Alkoholkonsum und eine ungesunde, falsche Ernährung sind für sie neben der Umweltbelastung und dem Klimawandel das größte Risiko für die Gesundheit. Lebensmittel halten 70 Prozent der Befragten für sicher. So lautet das Ergebnis des BfR-Verbrauchermonitors, einer repräsentativen Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zur Risikowahrnehmung, für das erste Halbjahr 2015.

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„Mit dem BfR-Verbrauchermonitor haben wir ein Instrument, das uns als repräsentative Verbraucherbefragung halbjährlich wichtige Einsichten in die Risikowahrnehmung der Bevölkerung gibt," sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. "Wir können damit unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Risikokommunikation entsprechend steuern und anpassen.“ Für die Arbeit des BfR ist es von zentraler Bedeutung, welche Themen aus dem Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes im Vordergrund stehen und wie bestimme Risiken von den Verbraucherinnen und Verbrauchern eingeschätzt werden. Insbesondere stellt sich die Frage, ob und in welchem Maße die Einschätzung der Bevölkerung von der wissenschaftlichen Einschätzung gesundheitlicher Risiken abweicht.

Allgemein betrachten Verbraucherinnen und Verbraucher im ersten Halbjahr 2015 das Rauchen, die Klima- bzw. Umweltbelastung und Alkohol als größte Risiken für ihre Gesundheit. Dabei hat die Einschätzung, dass Rauchen und Alkohol, aber auch Bewegungsmangel ein Risiko für die Gesundheit darstellen, im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2014 zugenommen. Ungesunde und belastete Lebensmittel wurden dagegen als weniger relevantes Risiko als im Jahr 2014 angesehen.

Beim Grad der Bekanntheit von Gesundheits- und Verbraucherthemen zeigen sich wie schon 2014 große Unterschiede. Während Pflanzenschutzmittel in Obst und Gemüse wie auch Mineralöle in Körperpflegeprodukten oder das Vorkommen von Mikroplastik in Lebensmitteln deutlich mehr als die Hälfte der Befragten kennen, hat nur eine vergleichsweise geringe Zahl von Befragten schon etwas von Arsen in Reis gehört. Am wenigsten bekannt ist der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat, obwohl die Debatte um dessen Genehmigung im Befragungszeitraum vor allen anderen Verbraucherthemen breiten Raum in der medialen Berichterstattung einnahm.

Befragt man die Menschen, was sie hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit beunruhigt, werden Antibiotikaresistenzen an erster Stelle genannt, dicht gefolgt von Chemikalien und Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Gentechnisch veränderte Organismen beunruhigen die Deutschen nach wie vor stark, obwohl in Deutschland und der Europäischen Union keine Lebensmittel zugelassen bzw. auf dem Markt sind, die aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden oder solche enthalten. Wenngleich das Bewusstsein steigt, dass mikrobielle Kontaminationen von Lebensmitteln ein Gesundheitsrisiko darstellen, beunruhigt dieses Gefahrenpotential subjektiv deutlich weniger als das aus wissenschaftlicher Sicht kaum vorhandene Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln. Am wenigsten beunruhigt die Befragten die Lebensmittelhygiene im eigenen Haushalt.

Dem Staat weisen die Deutschen nach wie vor eine zentrale Rolle beim gesundheitlichen Verbraucherschutz und der Lebensmittelsicherheit zu. Über die Hälfte der Befragten wünscht sogar mehr konkrete Maßnahmen wie Verbote und strenge Regulierungen, um Lebensmittel sicherer zu machen und die Verbraucher zu schützen. Außerdem sollten staatliche Institutionen objektive und verlässliche Informationen bereitstellen, auf deren Grundlage der Einzelne sich selbst besser schützen könne. Lediglich ein Zehntel der Befragten ist der Auffassung, dass sie sich auch ohne staatliche Institutionen ausreichend schützen können.



Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung


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