Dienstag, 04 Aug 2020
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Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU), kündigt eine Überprüfung der nach mehreren Todesfällen in die Kritik geratenen Heilpraktikerausbildung an. Das sagte Laumann in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag).

Das alles bedeutet einen beträchtlichen Aufwand und ein hohes Risiko.
Foto: Carola68 / CC0 (via Pixabay)

Viel Aufwand für wenige Schultage

Heilpraktiker benötigten hierzulande eine Erlaubnis sowie eine Überprüfung, dass bei einer Ausübung der Heilkunde keine Gefahr für die Gesundheit der Patienten zu befürchten sei. "Die Überprüfung, die Erteilung der Erlaubnis und die Überwachung der Berufsausübung liegen dabei in der Verantwortung der Länder. Gleichwohl sollten wir - auch angesichts des aktuellen Falls - prüfen, ob der aktuelle Gesetzesrahmen noch den Anforderungen der Zeit entspricht", erklärte Laumann. Hierbei gelte der Grundsatz Gründlichkeit vor Schnelligkeit: "Gegenseitige Schuldzuweisungen und Schnellschüsse helfen da niemandem", betonte der Patientenbeauftragte.

Die Heilpraktikerausbildung in Deutschland war in die Kritik geraten, nachdem nach einer Behandlung in einem alternativen Krebszentrum am Niederrhein mehrere Patienten gestorben waren. Ein Heilpraktiker hatte sie mit einem nicht als Medikament zugelassenen Stoff behandelt, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Auf die Frage, weshalb sich Menschen überhaupt in die Hände zweifelhafter Heiler begäben, äußerte der CDU-Politiker Verständnis:

"Versetzen Sie sich zum Beispiel in die Lage eines Menschen, bei dem Schulmediziner eine unheilbare Krebserkrankung diagnostizieren, die womöglich sehr schnell zum Tod führen soll. Da kann ich sehr gut verstehen, dass man sich an jeden noch so kleinen Strohhalm klammert, um zu überleben." Dieses nutzten "leider einige schwarze Schafe aus".

Laumann warnte aber davor, Heilpraktiker unter Generalverdacht zu stellen. "Ich höre auch immer wieder, dass Patienten sich bei einem Heilpraktiker gut aufgehoben fühlen, weil er sich Zeit nimmt.

Vielleicht sollten die Schulmediziner auch einen Blick darauf werfen", sagte Laumann.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung


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