Freitag, 03 Jul 2020
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Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr gut 544 Millionen Euro für Gesundheitsförderung ausgegeben und damit fast 8,5 Millionen Versicherte unterstützt. Das geht aus dem Präventionsbericht 2019 des GKV-Spitzenverbandes hervor, der an diesem Donnerstag veröffentlicht werden soll und der der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vorliegt. Gegenüber 2017 stiegen die Ausgaben für Präventionsmaßnahmen demnach um 24 Millionen Euro an. Damit wurden im vergangenen Jahr 400.000 Menschen mehr erreicht als 2017.

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Verglichen mit den Gesamtausgaben der Kassen von 226,2 Milliarden Euro wurden vergangenes Jahr indes lediglich 0,24 Prozent der Beiträge verwendet, um die Versicherten mit Präventionsmaßnahmen vor Krankheiten zu schützen. Mit 7,49 Euro pro Person wurde die Präventionsvorgabe für die Kassen von 7,34 Euro pro Jahr und Versicherten 2018 leicht übertroffen, heißt es in dem 142 Seiten starken Bericht. Die Zahlen machten deutlich, dass sich die Krankenkassen "mit Überzeugung" für Prävention engagierten, sagte GKV-Vize Gernot Kiefer der "NOZ". Damit Vorbeugung wirklich nachhaltig und durchgreifend gelinge, müssten die Kommunen aber mehr "gesundheitsfördernde Strukturen schaffen".

Die Ausgaben bei der Prävention in Betrieben stiegen laut Präventionsbericht gegenüber 2017 um acht Prozent auf 172 Millionen Euro. 2018 wurden 2,2 Millionen Beschäftigte in knapp 20.000 Unternehmen erreicht. Das waren elf Prozent mehr Betriebe und 16 Prozent mehr Beschäftigte als 2017. Auch Maßnahmen in Kitas, Schulen und Brennpunkt-Gegenden wurden ausgeweitet. Die Aufwendungen hierfür lagen bei 158 Millionen Euro, davon profitierten 4,6 Millionen Menschen, vier Prozent mehr als 2017. Im Fokus lag die Förderung von Bewegung, gesunder Ernährung und psychischer Gesundheit.

Negativ ist die Entwicklung bei Schülern: So wurden an Haupt-, Förder- und Berufsschulen 2012 noch 273.000 Kinder und Jugendliche mit Vorbeuge-Maßnahmen erreicht. Im vergangenen Jahr sank die Zahl auf 193.362. Gegenüber 2017 war das ein Minus von 16 Prozent. Laut GKV-Bericht gibt es nur an jeder achten dieser Schulen dauerhafte Präventionsvorkehrungen.

Prävention in Pflegeeinrichtungen wird seit 2016 von den Pflegekassen finanziert. Inzwischen setzen 1.280 Pflegeheime entsprechende Förderaktivitäten (Ernährung, körperliche Aktivität, Vorbeugung von Gewalt) um und erreichen damit 55.370 Pflegebedürftige. Die Ausgaben für diesen Bereich stiegen 2018 gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 9,9 Millionen Euro an. "Die Prävention in Pflegeeinrichtungen fängt an, sich zu etablieren", sagte Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV, der "NOZ". Er rief die Heime aber auf, sich stärker zu engagieren.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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