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Nach der umstrittenen PR-Kampagne für einen neuen Bluttest auf Brustkrebs reißt die Kritik am Heidelberger Uniklinikum nicht ab. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, erklärte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", hier würden offensichtlich wirtschaftliche Interessen in unverantwortlicher Weise vor das Wohl der betroffenen Frauen gestellt. "Solche verfrühten Erfolgsmeldungen können falsche Hoffnungen wecken, von einem derartigen Test zu profitieren." Darüber hinaus sei "derzeit völlig offen, wie oft dieser Test falsch-positive Befunde anzeigt, die zu Ängsten und außerordentlichen psychischen Belastungen für die Betroffenen bis hin zu überflüssigen Untersuchungen führen können".

Doch was als Suche nach einer gerechteren Sprechweise begonnen hat, ist leider eine regelrechte Ideologie geworden.
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Kommentar zur Gendersprache

Das von Heidelberger Forschern vorgestellte Verfahren beruht auf einem Verfahren, bei dem Ärzte im Blut von Patienten nach Hinweisen auf eine Krebserkrankung suchen. Im vorliegenden Fall handele es sich allerdings nur um die Zwischenergebnisse einer noch laufenden Studie mit 500 Brustkrebspatientinnen und 400 gesunden Frauen, kritisierte Nettekoven. "Wissenschaftlich publizierte Daten liegen bisher nicht vor." Eine gesicherte wissenschaftliche Evidenz (Gewissheit) sei nicht gegeben.

Nettekoven betonte, die Deutsche Krebshilfe begrüße ausdrücklich die Forschung an innovativen diagnostischen Verfahren. "Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint es uns jedoch fatal, den vorgestellten Test in der Öffentlichkeit als Meilenstein zu propagieren." Bei der derzeitigen Datenlage und nicht vorliegenden adäquaten Ergebnissen aus großen Studien würde die Deutsche Krebshilfe den Einsatz des Tests im klinischen Alltag nicht befürworten.

Das Unternehmen Heiscreen, eine Ausgründung der Uniklinik Heidelberg, hatte Mitte Februar einen neuen Brustkrebs-Bluttest vorgestellt. Dabei war von "einem Meilenstein in der Brustkrebsdiagnostik" die Rede gewesen. Und es hieß, die Markteinführung sei "noch in diesem Jahr geplant". Auf der entsprechenden Pressemitteilung prangte sowohl das Logo von Heiscreen als auch das der Uniklinik. Kritiker aus Wissenschaft und Fachverbänden bemängeln, dass die Wirksamkeit des Tests nur unzureichend beschrieben worden sei. Die Uniklinik bat Frauen, die sich womöglich falsche Hoffnungen auf eine rasche Nutzung des Tests gemacht hätten, um Entschuldigung. "Das bedauern wir sehr", sagte Kliniksprecherin Doris Rübsam-Brodkorb. "Um alle Aspekte umfassend und aus neutraler Perspektive zu analysieren, wurde eine unabhängige Kommission aus überwiegend externen Experten eingerichtet", teilte das Klinikum ferner mit. Zudem sei eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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