Donnerstag, 26 Nov 2020
Foto: Spyros Papaspyropoulos / Flickr (CC)
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62 Prozent der Norddeutschen meinen, dass die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen wie "Patienten zweiter Klasse" behandelt werden. Nur 34 Prozent stimmen der Aussage eher nicht/überhaupt nicht zu. Außerdem denken 75 Prozent der Menschen im Norden, dass ärztliche Entscheidungen heutzutage zu sehr von finanziellen Aspekten beeinflusst würden. In Mecklenburg Vorpommern sind es sogar 80 Prozent. Das sind einige Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zur Bewertung des Gesundheitssystems, die das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des NDR Fernsehens gemacht hat. Anlass ist der NDR Thementag Gesundheit: Am Montag, 2. Februar, werden sich das NDR Fernsehen, die NDR Radioprogramme und NDR.de u. a. mit der Gesundheitsversorgung im Norden beschäftigen. Die Umfrage ist Teil der Dokumentation "Das Geschäft mit unserer Gesundheit - Zwei-Klassen-Medizin in Norddeutschland?" um 21.00 Uhr im NDR Fernsehen.

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Während in Mecklenburg-Vorpommern sogar 67 Prozent der Befragten der Aussage zustimmen, dass die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen wie "Patienten zweiter Klasse" behandelt werden, sind es in Hamburg nur 50 Prozent. In Niedersachsen unterstützen 64 Prozent die Aussage, in Schleswig-Holstein 63 Prozent und in Bremen 57 Prozent.

Dass im deutschen Gesundheitssystem die Mittel effizient eingesetzt werden, bejahen 46 Prozent. Die Mehrheit von 49 Prozent stimmt der Aussage eher nicht/überhaupt nicht zu. In Bremen liegt der Prozentsatz sogar bei 52 Prozent der Befragten.

Grundsätzlich gibt es eine große Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung. So meinen 72 Prozent der Norddeutschen, dass das deutsche Gesundheitssystem eine hochwertige Versorgung für alle Patienten bietet, die Bedarf haben. 27 Prozent, also fast jeder dritte Befragte, stimmt dieser Aussage allerdings eher nicht/überhaupt nicht zu. Die größte Zustimmung zu der Frage gibt es mit 79 Prozent in Bremen, die größte Unzufriedenheit mit 61 Prozent in Mecklenburg Vorpommern. In die Zukunft blicken die Norddeutschen allerdings eher skeptisch: Dass sich die Leistungen des Gesundheitswesens in 10 bis 20 Jahren für die Patienten verbessern werden, glauben nur 21 Prozent der Befragten. 41 Prozent meinen, sie werden schlechter sein. 36 Prozent gehen von gleichbleibenden Leistungen aus.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe reagiert in einem Interview des Radioprogramms NDR Info auf die Studie: "Die Gefühlslage, die in der Befragung zum Ausdruck kommt, nehmen wir ernst. Wir arbeiten an schnelleren Facharztterminen für gesetzlich Versicherte." Zudem äußert sich Gröhe zu dem Ergebnis, dass 72 Prozent der Befragten mit der medizinischen Versorgung in Deutschland zufrieden sind, 41 Prozent aber glauben, dass die Leistungen sich verschlechtern werden. Gröhe: "Es ist eine ganz starke Ausgangsbasis, dass eine überwältigende Mehrheit sagt, ich bin gut versorgt. Gleichzeitig ist es wahr, dass viel mehr Menschen älter werden und mehr Bedarf an unterschiedlicher medizinischer Versorgung haben. Insofern stehen wir vor großen Herausforderungen, den Leistungsstand, den wir heute haben, auch in die Zukunft zu tragen."

Für die repräsentative Studie hat Infratest dimap 1010 Norddeutsche im Alter ab 14 Jahren in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen befragt. Erhebungszeitraum war der 5. November bis 3. Dezember 2014.

Die komplette Studie sowie weitere Informationen finden Sie unter www.NDR.de/thementag.

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